Es ist ein turbulenter Zeitpunkt für den EV Zug, und das nicht nur auf dem Eis. In den letzten Wochen hat der Verein, der einst als eine der führenden Adressen im Schweizer Eishockey galt, seine Glaubwürdigkeit verloren. Der ehemalige CEO und Sportchef Patrick Lengwiler, der 29 Jahre lang für den Club tätig war, hat seinen Hut genommen. Seine Karriere begann 1997 als Juniorentrainer, und unter seiner Führung entwickelte sich der EVZ seit 2004 zu einer echten Größe im Eishockey. Doch nun ist alles anders – und das schmerzt.

Die Entlassung von Lengwiler, die vom Verwaltungsrat als sofort vollzogen erklärt wurde, kam für viele überraschend. Bereits im Juni wurde ihm mitgeteilt, dass sein Vertrag, der bis Herbst 2027 laufen sollte, aufgrund „unterschiedlicher strategischer Auffassungen“ aufgelöst werde. Lengwiler, der als wichtiger Mitarbeiter des EVZ im 21. Jahrhundert gilt, zog die Konsequenzen aus der Situation und bat um sofortige Beendigung seiner Amtszeit. „Ich kann die Gesamtverantwortung unter diesen Umständen nicht mehr aufrechterhalten“, erklärte er.

Ein zerstrittener Verein

Die Spannungen innerhalb des Vereins sind nicht zu übersehen. Präsident Hans-Peter Strebel hat sich in den letzten Monaten nicht nur mit Lengwiler, sondern auch mit Sportchef Kläy überworfen. Kläy hatte kürzlich den neuen Trainer Lauri Marjamäki verpflichtet – und für ihn wurde eine hohe Ablösesumme gezahlt. Strebel, der über 100 Millionen Franken aus seinem Privatvermögen in das Athletikzentrum OYM investiert, sieht die Trennung von Kläy als sportlichen Entscheid, während viele Fans und Sponsoren dieser Erklärung nicht folgen können. Unmut macht sich breit, und der Verein wird als zerstritten, konzeptlos und sportlich mittelmäßig beschrieben.

Der Verwaltungsrat hat angekündigt, die Wichtigkeit des direkten Kontakts zur Mannschaft in dieser angespannten Lage zu betonen. „Wir werden gemeinsam Optimierungen prüfen und die sportliche Weiterentwicklung des EVZ sicherstellen“, heißt es. Dennoch bleibt die Frage, wie ein Neuanfang in dieser Situation gelingen soll, wenn die Grundlagen so wackelig sind. Ein bisschen wie ein Schachspiel ohne Könige, könnte man sagen.

Der Weg in die Zukunft

Die kommenden Schritte des Vereins sind noch unklar. Strebel sprach von einem „Neuanfang“ in der sportlichen Führung, doch was genau damit gemeint ist, bleibt im Nebel. Klar ist nur, dass der EV Zug einen Plan braucht – und zwar dringend. Vielleicht könnte ein frischer Wind, ähnlich wie im Sportmanagement, der an Fernuniversitäten gelehrt wird, hilfreich sein. Dort wird Flexibilität großgeschrieben, und die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig zu lernen, könnte dem Verein helfen, neue Strategien zu entwickeln.

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Die Situation ist angespannt und könnte nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch die ganze Vereinsidentität beeinflussen. Die Fans, die den Verein so lange begleitet haben, erwarten Antworten und vor allem einen Plan, der über „Wir machen einfach mal“ hinausgeht. Das Eis ist dünn – und jeder Schritt zählt.