Im Wallis ist momentan ganz schön was los – und das nicht nur beim Käse und Wein! Der Staatsrat Christophe Darbellay hat angekündigt, ein Gesuch zur Regulierung der Luchspopulation vorzubereiten. Ja, richtig gehört! Der Eurasische Luchs, der in der Schweiz als Art von hoher nationaler Priorität gilt, könnte erstmals reguliert werden, um den Rückgang von Reh- und Gämsbeständen in bestimmten Regionen zu bekämpfen. So ganz einfach wird das aber nicht – denn Naturschützer äußern sich skeptisch und sehen den geplanten Eingriff als nicht gerechtfertigt.

Warum das Ganze? Nun, die Bestände an Rehen und Gämsen sind im Oberwallis stark gesunken, und das macht den Luchsen das Leben schwer. Die Wildbeobachterin, die genau im Blick hat, was in den Wäldern passiert, berichtet von einem dramatischen Rückgang der Sichtungen. Die Luchse selbst, die hauptsächlich Rehe und Gämsen jagen (Rehe machen immerhin die Hälfte ihrer Beute aus!), benötigen etwa ein Huftier pro Woche. Das sind dann mal eben 50 bis 60 gerissene Wildtiere pro Jahr. Ein ganz schöner Brocken, wenn man darüber nachdenkt.

Der Widerstand regt sich

Aber wie gesagt, die Meinungen sind gespalten. Widerstand gibt es von den Grünen und Pro Natura, die sich vehement gegen eine Regulierung aussprechen. Jérémy Savioz, ein grüner Grossrat, hat sogar eine dringliche Interpellation im Parlament eingereicht. Naturschützer argumentieren, dass der Luchs eine wichtige ökologische Funktion hat und auf der Roten Liste steht. Das wiederum wirft die Frage auf: Wie viele Luchse leben eigentlich im Wallis? Die Einschätzungen variieren – die Grünen sprechen von rund 50, Pro Natura von etwa 30. Auch das Thema Jagd ist nicht zu vernachlässigen: Jährlich werden rund 1000 Rehe geschossen. Und damit nicht genug, Darbellay hat die Rehjagd in betroffenen Zonen für die Saison 2026 stark eingeschränkt.

Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere sammelt derzeit Daten für das Gesuch, das bis Ende Sommer fertig sein soll. Aber selbst wenn das Gesuch genehmigt wird, könnte ein Abschuss nur in einem kurzen Zeitfenster vom 16. Januar bis 28. Februar erlaubt sein. Das ist natürlich ein enges Zeitfenster und lässt viel Raum für Diskussionen. Ein Abschuss wäre nur möglich, wenn nachgewiesen werden kann, dass das Jagdregal schwerwiegend beeinträchtigt ist. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Ein Blick über die Grenzen

Schaut man über die Grenzen des Wallis hinaus, sieht man, dass die Rückkehr von großen Beutegreifern wie Bär, Wolf und Luchs auch in Bayern ein großes Thema ist. Der BUND Naturschutz setzt sich hier für ein effektives Wildtiermanagement ein und betont, wie wichtig es ist, die Bürger und Nutztierhalter frühzeitig und umfassend zu informieren. Denn Angst und Unsicherheiten, wie sie etwa durch das Auftauchen des Bären Bruno 2006 ausgelöst wurden, sind nicht zu unterschätzen. Nach Brunos Abschuss wurde eine Steuerungs- und Arbeitsgruppe „Große Beutegreifer“ ins Leben gerufen, um einen besseren Umgang mit diesen Tieren zu finden.

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Managementpläne wurden entwickelt, die Öffentlichkeitsarbeit, Information und Herdenschutzmaßnahmen beinhalten. Das Ziel? Konflikte vermeiden und den Naturschutz mit den Bedürfnissen der Landwirte in Einklang bringen. Ein Balanceakt, der auch im Wallis vonnöten sein könnte, wenn der Luchs weiterhin im Fokus der Diskussion steht. Die Natur bleibt nun einmal ein komplexes Geflecht, das es zu bewahren gilt – und da sind wir alle gefragt! Mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln.