Heute ist der 19.05.2026 und man könnte meinen, dass die Autobahn A9 im Wallis schon längst fertiggestellt sein sollte. Aber weit gefehlt! Im August 2023 wurde zwar ein weiterer Abschnitt bei Gampel-Steg eröffnet, doch die vollständige Fertigstellung dieser wichtigen Verbindung zwischen Siders und Brig scheint noch ein ferner Traum zu sein. Seit 1975 wird an diesem Projekt gewerkelt – ja, richtig gehört, seit über 50 Jahren! Man fragt sich, was da alles schiefgelaufen ist.

Die Kosten sind von ursprünglich 2,1 Milliarden Franken auf schwindelerregende 4,4 Milliarden Franken angestiegen. Und die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) schätzt, dass wir am Ende bei mindestens 5,1 Milliarden Franken landen könnten. Ein internes Memo vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) zeigt zudem, dass die Aufsicht über das Projekt nicht gerade als vorbildlich gilt. Während der Bund 96 Prozent der Kosten trägt, ist der Kanton Wallis für die Umsetzung verantwortlich. Hier wird deutlich, dass die Verantwortlichkeiten nicht immer klar verteilt sind – ein echtes Rezept für Verwirrung und Unmut.

Ein Projekt im Dauerstau

Wie lange wir noch auf die endgültige Fertigstellung warten müssen, ist ungewiss. Der letzte Abschnitt zwischen Siders und Leuk soll erst 2037 eröffnet werden. Die geplanten Kosten für diese Teilstrecke liegen bei rund 1,477 Milliarden Franken. Das ist schon fast eine Summe, die einem die Schuhe auszieht! Und währenddessen wird die Bauleitung im Kanton kritisiert, weil sie sich seit 2011 immer mehr auf die Seite der Unternehmer geschlagen hat. Das hat nicht nur zu Rechtsstreitigkeiten, sondern auch zu unnötigen Ausgaben öffentlicher Gelder geführt. Irgendwie fühlt man sich da an einen endlosen Geschirrspüler erinnert, der nicht aufhören will zu laufen, während wir das Geschirr – in diesem Fall die Steuermittel – immer wieder nachfüllen müssen.

Die EFK schätzt die finanziellen Risiken für den Bund auf 59,5 Millionen Franken. Und das ist kein Pappenstiel! Die kritischen Stimmen sind laut, und die Unsicherheiten sind nach wie vor hoch – sowohl hinsichtlich der ausstehenden Bauvolumen als auch der langen Bauzeit. Eigentlich sollte die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kanton besser laufen, was die positive Entwicklung zeigen soll. Aber trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl, wenn man über die Risiken und die Möglichkeit weiterer unentdeckter Zahlungen nachdenkt.

Ein Blick in die Zukunft

Die Dienststelle für Nationalstrassenbau (DNSB) im Wallis ist als Bauherrin für die fehlenden Abschnitte zuständig, während das ASTRA die Oberaufsicht hat. Es gibt Fortschritte in der Kontrolle und Planung, doch die Frage bleibt: Was passiert, wenn wieder unerwartete Kosten auftauchen? Man kann nur hoffen, dass die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen weiterhin besser wird und die Bauprojekte nicht noch länger im Stau stecken bleiben.

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Schlussendlich bleibt die A9 ein spannendes und auch frustrierendes Thema für die Region. Die Autofahrer, die auf eine reibungslose Fahrt hoffen, müssen sich wohl noch eine Weile gedulden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass einige Teilstrecken noch in Verhandlung stehen. Es bleibt also abzuwarten, wie die nächsten Jahre verlaufen und ob wir irgendwann die versprochene und tatsächlich funktionierende Autobahn erleben dürfen.