Heute ist der 19. Mai 2026 und im Wallis brodelt es – und das nicht nur wegen der schneebedeckten Berge! Ein Thema, das den Kanton in Atem hält, ist der Ausbau der A9 zwischen Siders und Brig. Seit 1999 wird hier geplant und gebaut, doch die Angelegenheit entwickelt sich mehr und mehr zu einer regelrechten Farce, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Walliser Straßenbaus zieht.
Laut einem internen Dokument des Bundesamts für Strassen (Astra) hat der Kanton Wallis beim A9-Ausbau Millionen an Bundesgeldern verschwendet. Von geprüften Rechnungen über 35,5 Millionen Franken stellte sich heraus, dass fast ein Drittel davon völlig unnötig ausbezahlt wurde. Das ist schon eine ganz schön saftige Summe, wenn man bedenkt, dass die Gesamtkosten des Projekts nun mit 5,1 Milliarden Franken fast 2,5 Mal so hoch sein könnten wie ursprünglich geplant! Dabei trägt der Kanton Wallis nur 4 Prozent der Gesamtkosten – die restlichen 96 Prozent werden vom Bund finanziert. Ein finanzielles Desaster, das sich gewaschen hat.
Die „Grossmutter aller Bauskandale“
Die A9 gilt mittlerweile als die „Grossmutter aller Bauskandale“ in der Schweiz. Ein veritabler Titel, der nicht von ungefähr kommt. Seit Jahrzehnten wird hier im Oberwallis an der Autobahn geplant und gebaut, und die Probleme scheinen sich wie ein Schneeball zu vergrößern. Die eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) und das Astra überwachen den Ausbau seit 2015, doch es sieht nicht so aus, als ob sich die Lage bessert. Im Gegenteil: Mängel mit erheblichen finanziellen Auswirkungen sind an der Tagesordnung – und das trotz der Tatsache, dass der Bund als Zahlmeister fungiert. Das Astra findet kaum Gehör, wenn es darum geht, die Dienststelle für den Nationalstrassenbau (DNSB) im Wallis zur Rechenschaft zu ziehen. Ein Beispiel ist die Nichtanerkennung von Kosten in Höhe von 50 Millionen Franken für den Eyholztunnel, die bis vor Bundesgericht gebracht wurde. Da fragt man sich schon, wo das alles enden soll.
Die Dunkelziffer an überhöhten Zahlungen ist laut Astra alarmierend hoch. Baufirmen sollen zwischen 10 und 20 Millionen Franken zu hohe Rechnungen gestellt haben, und die kantonale Bauleitung hält sich nur selten an Ausschreibungsbedingungen. Das führt dazu, dass Bauberichte erhebliche Lücken aufweisen – und das ist nicht nur eine kleine Unannehmlichkeit, sondern hat handfeste finanzielle Risiken zur Folge. Die Eidgenössische Finanzkommission hat diese Risiken auf satte 59,5 Millionen Franken beziffert. Ein echtes Fiasko, das die Steuerzahler beunruhigen sollte!
Schattenspiele und Verantwortung
Die Verantwortlichen des Kantons scheinen sich „systematisch auf die Seite der Unternehmer“ gestellt zu haben, und das ist nicht nur ein schockierender Befund, sondern wirft auch Fragen zur Integrität des gesamten Projekts auf. Korruptionsrisiken sind bei der Vergabe öffentlicher Aufträge immer vorhanden. Das revidierte Gesetz über die öffentliche Beschaffung spricht hier eine klare Sprache: Unternehmen, die gegen Korruptionsbekämpfungsbestimmungen verstoßen, können bis zu 5 Jahre von Beschaffungsverfahren ausgeschlossen werden. Und das ist nicht einfach nur ein leeres Versprechen, sondern ein wichtiger Schritt hin zu einem transparenteren und faireren Beschaffungswesen.
Die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Astra und den Walliser Behörden ist zwar ein positives Zeichen, doch die Herausforderungen bleiben bestehen. Externe Gutachten werden in Projekten über 2 Millionen Franken angefordert, aber die Frage bleibt: Ist das genug, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen? Die A9-Thematik hat inzwischen auch die Finanz-Delegation des Parlaments erreicht. Albert Rösti, der das Dossier von seiner Vorgängerin Simonetta Sommaruga übernommen hat, steht nun in der Verantwortung, diese verfahrene Situation zu klären.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die ganze Geschichte entwickeln wird. Eins ist sicher: Die Menschen im Wallis und darüber hinaus haben ein Recht darauf, zu erfahren, wo ihr Geld hinfließt und warum es so viele Probleme gibt. Ein bisschen mehr Transparenz und Verantwortung könnte vielleicht helfen, den Knoten zu lösen und eine reibungslosere Zukunft für die A9 zu schaffen. Aber ob wir das noch erleben werden, ist eine andere Geschichte…