Es ist ein heißes Thema, das die Gemüter in Steckborn und darüber hinaus beschäftigt. Ende November steht das Schweizer Stimmvolk vor einer wichtigen Entscheidung: die eidgenössische Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Diese Initiative plant, das Abbrennen von lärmerzeugendem Feuerwerk für private Haushalte zu verbieten. Auch wenn der Stadtrat von Steckborn unabhängig von dieser Abstimmung ein kommunales Verbot von lauter Knallerei plant, ist die Diskussion in vollem Gange. Die Einwohnenden haben genug von der störenden Knallerei, die nicht nur den Feierlichkeiten einen Schatten wirft, sondern auch für viele ein ernsthaftes Problem darstellt.

Der Stadtrat hat die Komplexität des Themas erkannt. Es geht nicht nur um Lärm – da ist auch der Schutz von Mensch und Tier, Sicherheitsfragen sowie der Umweltschutz im Spiel. Nach den Sommerferien will man die Beratungen zum kommunalen Feuerwerksverbot wieder aufnehmen. Ein neuer Artikel soll dem Stimmvolk vorgelegt und gesetzlich verankert werden. In Thundorf gab es bereits einen Antrag auf ein kommunales Feuerwerksverbot, der jedoch abgelehnt wurde. Bottighofen hingegen zeigt ähnliche Bestrebungen und könnte bald ebenfalls einen Vorstoß in diese Richtung unternehmen.

Ein Blick über die Grenze

Die Diskussion um Feuerwerk ist nicht nur auf die Schweiz beschränkt. In Deutschland ist Feuerwerk eine Tradition, die Millionen Menschen an Silvester zelebrieren. Doch die Schattenseiten der Knallerei werden immer deutlicher. Laut einer Umfrage wünschen sich 59% der Bevölkerung ein Ende der privaten Böllerei. Die gesundheitlichen, umweltlichen und sicherheitstechnischen Probleme, die durch Feuerwerk verursacht werden, sind nicht zu unterschätzen. Im Jahr 2024/2025 gab es fünf Todesfälle und tausende Verletzungen – dabei sind vor allem Kinder und Unbeteiligte betroffen. Wenn man über die Lärmbelastung nachdenkt, wird einem schnell klar, warum viele Menschen den Stress und die Panik, die Feuerwerk bei Tieren verursacht, nicht länger hinnehmen wollen.

Die Feinstaubwerte schießen an Silvester in vielen Städten durch die Decke – über 1000 µg/m³ sind keine Seltenheit. Zum Vergleich: Der Jahresdurchschnitt liegt bei 15-18 µg/m³. In Jahren mit Verkaufsverbot, wie 2020 und 2021, sank die Feinstaubbelastung um beeindruckende 90%. Auch die Luftqualität in Städten wie München und Hamburg zeigte sich bei Verboten signifikant verbessert. Das lässt die Frage aufkommen: Wäre ein generelles Verbot von Feuerwerk nicht eine Überlegung wert?

Tradition vs. Sicherheit

Natürlich gibt es auch die Stimmen, die das Feuerwerk als Teil unserer Kultur verteidigen. In Deutschland gibt es eine Kampagne mit dem Titel „Feuerwerk bewahren“, die das Silvesterfeuerwerk als immaterielles Kulturerbe der UNESCO fördern möchte. Doch während die Befürworter auf die Tradition pochen, gibt es eine wachsende Besorgnis über die Sicherheit: Angriffe auf Einsatzkräfte während der Silvesterfeierlichkeiten sind ein wachsendes Problem. Zudem sind Feuerwerkskörper für etwa 800 Augenverletzungen jährlich verantwortlich – der Großteil davon bei Kindern.

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Die Diskussion ist also vielschichtig, und während einige für das Feuerwerk kämpfen, setzt sich eine zunehmende Zahl von Menschen für einen verantwortungsvolleren Umgang ein. Der Stadtrat von Steckborn hat die Zeichen der Zeit erkannt und scheint bereit, auf die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger einzugehen. Wer weiß, vielleicht wird der Jahreswechsel bald ganz anders gefeiert – ohne den Krach und die Böllerei, dafür mit mehr Rücksicht auf Mensch und Tier.