Heute ist der 16.07.2026 und im Kanton Thurgau gibt es ein Thema, das uns alle angeht: invasive Neophyten. Diese nicht heimischen Pflanzen sind wie ungebetene Gäste in unseren Gärten und Parks. Rolf Schläpfer, Präsident von JardinSuisse Thurgau und Geschäftsführer der Roth Pflanzen AG, hat ein waches Auge auf die Situation. Er zeigt auf, wie das Einjährige Berufkraut heimische Pflanzen verdrängt und Lebensräume gefährdet. Dabei ist es ein echtes Dilemma: Auf der einen Seite gibt es die wunderschönen Zierpflanzen, die oft als harmlos gelten, und auf der anderen Seite die heimischen Arten, die immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden.

Der Kanton Thurgau hat sich vorgenommen, frühzeitig gegen diese invasiven Arten vorzugehen. Das ist auch dringend nötig, denn die Verbreitung geht oft unbemerkt vonstatten. Markus Bürgisser von Pro Natura Thurgau hat das deutlich gemacht: Schutzgebiete sind Rückzugsorte für bedrohte Arten. Jedes Jahr unterstützen bis zu 30 Zivildienstleistende bei der Pflege dieser Gebiete. Oft kämpfen sie gegen das Einjährige Berufkraut und die gefürchtete Kanadische Goldrute. Wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar, dass die Abnahme der Pflanzenvielfalt auch einen direkten Einfluss auf die Tierarten hat – und das ist einfach nicht in Ordnung.

Die Zusammenarbeit für die Artenvielfalt

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit zwischen Kanton, Naturschutz und Gartenbau. Gemeinsam wird daran gearbeitet, invasive Pflanzen zu identifizieren und ihre Ausbreitung zu verhindern, bevor sie sich zu geschlossenen Beständen entwickeln. Rolf Schläpfer hat sogar problematische Arten teilweise aus seinem Sortiment entfernt und bietet nun heimische Alternativen wie Liguster, Heckenkirschen, Eiben oder Wildrosen an. Ehrlich gesagt, das ist eine tolle Initiative!

Wir leben in einer Zeit, in der jeder Einzelne gefragt ist. Privatpersonen können aktiv werden, indem sie invasive Arten aus ihren Gärten entfernen und das fortpflanzungsfähige Material korrekt entsorgen. Ein kleiner Lichtblick: Ein kostenloser Neophytensack steht zur Verfügung, um diese Pflanzen umweltgerecht zu entsorgen. Das klingt doch nach einer fairen Gelegenheit, oder? Bei einem großflächigen Befall ist zwar jahrelange und teure Pflege nötig, aber jeder kleine Schritt zählt.

EU und die Unionsliste

<pAuf EU-Ebene wird das Thema invasive Arten ebenfalls ernst genommen. Die sogenannte „Unionsliste“ umfasst aktuell 114 invasive Arten, die Lebensräume und Ökosysteme schädigen können. Das klingt nicht nur nach Bürokratie, sondern ist tatsächlich ein wichtiges Instrument, um die Ausbreitung dieser schädlichen Pflanzen zu kontrollieren. Nicht jede gebietsfremde Art ist invasiv – viele fügen sich harmonisch in die heimischen Ökosysteme ein. Aber die Einstufung invasiver Arten erfolgt nicht ohne Grund. Die Gefahren, die von bestimmten Pflanzen ausgehen können, sind nicht zu unterschätzen, und es ist wichtig, präventiv zu handeln.

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Die EU strebt einheitliche Mindeststandards zur Bekämpfung invasiver Arten an, und das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel Pampasgras, sind nicht generell verboten, sondern nur spezifische Arten. Dies zeigt, dass es nicht immer einfach ist, zwischen „gut“ und „schlecht“ zu unterscheiden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Thema invasive Neophyten im Kanton Thurgau und darüber hinaus große Bedeutung hat. Die Verantwortlichen und engagierten Bürgerinnen arbeiten daran, unsere heimische Flora und Fauna zu schützen. Es wird Zeit, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen und uns für die Vielfalt in unseren Gärten stark machen!