Jäger der Zukunft: Neue Gesichter für die Wildtierbewirtschaftung in Solothurn
Am 9. Juli 2026 war es soweit – eine feierliche Zeremonie auf Schloss Waldegg in Feldbrunnen, Kanton Solothurn, besiegelte den Eintritt von 15 neuen Jägerinnen und Jägern in die Welt der Wildtierbewirtschaftung. Die Absolventen eines intensiven 18-monatigen Jagdlehrgangs konnten stolz ihre Jagdfähigkeitsausweise entgegennehmen. Ein aufregender Moment, nicht nur für die frischgebackenen Jäger, sondern auch für die Regierungsrätin Sibylle Jeker, die die Urkunden überreichte. Eine Frau und 14 Männer standen da, bereit, ihre Kenntnisse in der Praxis anzuwenden.
Die Jagdprüfung, die sie erfolgreich bestanden hatten, war alles andere als ein Spaziergang im Wald. Sie umfasste sowohl theoretische als auch praktische Teile, in denen die Prüflinge ihr Wissen über Wildtierbiologie, Jagdpraxis, Gesetzeskunde und Öffentlichkeitsarbeit unter Beweis stellen mussten. Dazu gehörte auch ein Jagdparcours, der nicht nur Schießfertigkeit, sondern auch den sicheren Umgang mit Jagdwaffen erforderte. Und nicht zu vergessen: Mindestens 25 Stunden Hegearbeit für Wildtiere und Lebensräume mussten nachgewiesen werden. Ein echter Kraftakt, der die Leidenschaft und das Engagement der Absolventen auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht.
Jagd als Freizeitbeschäftigung
So mancher mag sich fragen, was einen dazu bringt, sich für die Jagd zu entscheiden. In der Schweiz ist die Jagd eine erschwingliche Freizeitbeschäftigung für Normalverdiener. Die jährlichen Kosten für Pachtanteil und Jagdpassgebühren sind vergleichbar mit anderen beliebten Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel Skifahren. Und das Beste: Die Jagd ist ein striktes Staatsregal, was bedeutet, dass Grundeigentümer keinen Einfluss auf die Verpachtung haben. Im Kanton Solothurn ist die Volkswirtschaftsdirektion dafür zuständig, während die Gemeinden ein Mitspracherecht bei der Pachtvergabe haben.
Die Pachtpreise werden nach einem neutralen System festgelegt. Preistreiberei? Fehlanzeige! Das macht die Jagd für viele zugänglich. Natürlich kommen auch die Kosten für die Ausrüstung ins Spiel. Die Erstausrüstung, bestehend aus Flinte, Büchse, Jagdoptik und entsprechender Bekleidung, kostet ab etwa 3000 Franken. Für Anfänger ist der Kauf gebrauchter Waffen eine gängige und empfehlenswerte Praxis. Jährliche Kosten für den Unterhalt der Waffen und Schießübungen sollten mit etwa 1000 Franken eingeplant werden.
Die Rolle der neuen Jäger
Nun, da die neuen Jäger ihre Prüfungen erfolgreich gemeistert haben, stehen sie vor der Herausforderung, ihre erworbenen Kenntnisse in der Praxis umzusetzen. Ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie tragen zur Regulierung von Wildbeständen bei, schützen Lebensräume und helfen, Wildschäden zu begrenzen. Ein spannendes und verantwortungsvolles Tätigkeitsfeld! Und das neue Waldgesetz, das ab dem 1. Januar 2027 in Kraft tritt, wird sicherlich zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Jagdpraxis im Kanton Solothurn auswirken wird.
Die Jagd ist mehr als nur ein Hobby – sie ist Teil einer jahrhundertealten Tradition, die tief in der Kultur verwurzelt ist. Mit jedem neuen Jäger, der in die Gemeinschaft eintritt, wird diese Tradition lebendig gehalten und weiterentwickelt. Die neuen Jägerinnen und Jäger sind nicht nur die Hüter des Waldes, sondern auch Botschafter für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur.
