Es scheint, als hätte die Solothurner Spitäler AG (soH) in den letzten Tagen einiges an Aufregung zu bieten gehabt. Der Verwaltungsratspräsident Kurt Fluri tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Ein Schritt, der wohl nicht ganz freiwillig war, denn der Regierungsrat des Kantons Solothurn hatte bereits eine Absetzung Fluris geplant. Die Gründe? Nun, die Liste ist lang und alles andere als erfreulich: persönliche Verfehlungen, unrechtmäßige Zahlungen und Fehler bei Zulagen, Boni und Spesen haben die Situation zum Überlaufen gebracht. Fluri selbst kündigte seinen Rücktritt an, um der drohenden Abberufung zuvorzukommen.

Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die internen Vorgänge bei der soH. Der Druck auf Fluri war in den letzten Tagen spürbar gestiegen. Sogar seine eigene Partei, die FDP, forderte seinen Rücktritt. In einer Pressekonferenz äußerten Regierungsrätin Susanne Schaffner und Regierungsrat Peter Hodel ihre Unzufriedenheit über die Kommunikation der soH nach der Präsentation der Untersuchungsergebnisse. Aber keine Sorge, der operative Betrieb der Spitäler bleibt von diesen Veränderungen unberührt. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist weiterhin sichergestellt.

Unrechtmäßige Zahlungen und Schwachstellen

Die Untersuchungen haben eine beunruhigende Anzahl an Verstößen ans Licht gebracht. So erhielt der ehemalige CEO Martin Häusermann, der Ende Januar 2024 in den Ruhestand ging, während seiner zehnjährigen Amtszeit über 500.000 Franken zu viel. Zwei unabhängige Gutachten belegen unrechtmäßige Funktionszulagen über mehrere Jahre. Der Verwaltungsrat steht nun in der Verantwortung, die überzahlten Beträge zurückzufordern. Medienberichte über diese Gehaltszahlungen führten zu einer Welle der Kritik im Parlament und einer umfassenden Untersuchung durch den Regierungsrat.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) hat sich die Vorgänge genau angesehen. Von 741 geprüften Funktionszulagen, die insgesamt rund 1,77 Millionen Franken ausmachten, wiesen etwa 87 Prozent Auffälligkeiten auf. Bei 914 geprüften Marktwertzulagen waren sogar rund 82 Prozent problematisch. Die Funktionszulagen des Ex-CEOs waren nicht durch die genehmigten Anstellungsbedingungen gedeckt, und das sorgt für zusätzlichen Zündstoff in der ohnehin angespannten Lage.

Ein Blick in die Zukunft der soH

Für die soH, die größte Gesundheitsversorgerin im Kanton Solothurn, ist diese Situation eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Im Jahr 2025 zählte das Unternehmen über 4.640 Angestellte und konnte einen Gewinn von über 7 Millionen Franken erwirtschaften, nachdem 2024 noch ein Verlust von fast 30 Millionen Franken verzeichnet wurde. Die Zukunft bleibt ungewiss, aber der Regierungsrat und die GPK fordern Maßnahmen zur besseren Überwachung der soH. Bis Ende des Jahres muss die soH einen rechtskonformen Zustand herstellen und alle aktuellen Funktions- und Marktwertzulagen überprüfen.

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Die Schwachstellen in den internen Reglementen und Prozessen wurden erkannt, und es sind bereits Maßnahmen zur Behebung eingeleitet worden. Doch die Frage bleibt: Wird die soH aus dieser Krise gestärkt hervorgehen? Nur die Zeit wird es zeigen. Der Rücktritt von Kurt Fluri könnte der erste Schritt in eine neue, transparentere Ära sein – oder einfach nur der Beginn eines langen Weges zur Wiederherstellung des Vertrauens.