Wasserknappheit im Kanton Solothurn: Landwirte im Kampf gegen die Dürre
Der Kanton Solothurn hat kürzlich entschieden, das Wasser aus öffentlichen Gewässern nur noch eingeschränkt zu entnehmen. Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit, die uns allen hierzulande ziemlich zu schaffen macht. Wir stehen also vor einer Herausforderung, die nicht nur die Natur, sondern auch die Landwirtschaft betrifft. Ab sofort ist die Wasserentnahme für die Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen erlaubt – allerdings nur unter strengen Auflagen. Die Aare bleibt, zumindest vorerst, von diesen Maßnahmen verschont, da sie ausreichend Wasser führt. Dennoch müssen die Betriebe, die auf das kostbare Nass angewiesen sind, sich an neue Regeln halten.
An heißen Tagen, wenn das Thermometer über die 25-Grad-Marke klettert, dürfen die Landwirte nur zwischen 20 Uhr und 10 Uhr des nächsten Tages bewässern. Das bedeutet, dass viele von ihnen ihre Abendstunden mit Gießkanne oder Eimer verbringen müssen – es sei denn, sie haben eine entsprechende Bewilligung für größere Entnahmen. Private Pumpen zur Wasserentnahme sind untersagt, was für viele eine echte Herausforderung darstellt. Die Situation ist angespannt, und die Landwirte müssen kreativ werden, um ihre Kulturen am Leben zu halten.
Wasser ist Gold
Eine ausreichende Wasserversorgung ist für hohe und stabile landwirtschaftliche Erträge unerlässlich. Besonders Kartoffelanbau, Gemüseproduktion und Sonderkulturen sind stark auf Bewässerung angewiesen. Wenn wir uns die Klimatrends anschauen, wird deutlich, dass die Niederschläge im (frühen) Sommer abnehmen, während Starkregenereignisse zunehmen. Das verschlechtert die Wasserverfügbarkeit und macht die Situation für die Landwirte noch prekärer. Wenn es längere Trockenperioden gibt oder die meteorologischen Bedingungen ungünstig sind, steigt der Bewässerungsbedarf enorm.
In Deutschland beispielsweise wurde 2019 auf über 506.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche bewässert, ein Anstieg von 36 % seit 2009. Niedersachsen hat dabei mit fast 55 % den höchsten Anteil an bewässerter Fläche. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig das Thema Wasser in der Landwirtschaft ist – und wie sehr sich die Bedingungen ändern. Auch hierzulande müssen wir uns fragen, wie wir mit der Wasserknappheit umgehen, um die Erträge zu sichern. Und das nicht nur für Kartoffeln oder Braugerste, die besonders bewässerungswürdig sind.
Die Folgen der Dürre
Die Probleme durch den Klimawandel sind nicht zu übersehen. Anhaltende Trockenheit führt zu Ernteeinbußen und Futtermangel, was für viele Landwirtschaftsbetriebe das Aus bedeuten kann. Die Böden speichern Wasser unterschiedlich gut – während humusreiche lehmige Böden vorteilhaft sind, haben sandige Böden oft das Nachsehen. Wenn der Boden ausgetrocknet ist, geraten die Pflanzen unter Stress, was ihr Wachstum hemmt und die Erträge mindert. In vielen Fällen müssen Landwirte auf teure Futtermittel zurückgreifen, weil ihre Wiesen nicht genug Futter liefern. Manchmal bleibt ihnen sogar nichts anderes übrig, als die Ernte als Stroh zu pressen, anstatt sie zu dreschen. Das ist bitter, ganz ehrlich.
Und während wir darüber nachdenken, wie wir die Herausforderungen meistern können, ist es wichtig, an die Anpassungsstrategien zu denken. Das bedeutet, trockenstresstolerante Sorten anzubauen, organischen Dünger zur Humusbildung einzusetzen oder einfach mal neue Kulturarten auszuprobieren. Aber um das zu realisieren, braucht es nicht nur Wasser, sondern auch ein Umdenken in der gesamten Landwirtschaft. Die Dürre ist ein ernstes Problem, und die Lösungen sind häufig nicht einfach, aber sie sind notwendig.
