Heute ist der 12.05.2026 und ich muss sagen, die Geschichten, die man in der Schweiz über den öffentlichen Nahverkehr hört, sind manchmal schon ein bisschen verrückt. Nehmen wir zum Beispiel den Fall von Marco Wyss (32) und seiner Freundin, die in Solothurn gerade auf dem Weg nach Bern waren. Man kann sich das Bild lebhaft vorstellen: Das Paar steht am Gleis, vielleicht noch ein wenig außer Atem, und macht sich bereit, den Regionalzug zu besteigen. Und dann – oh nein! – die Uhr tickt, und sie lösen ihr Ticket ganze 17 beziehungsweise 32 Sekunden nach der Abfahrt des Zuges. Ein kleiner Fehler, der für sie aber große Folgen hatte.

Wenig später stiegen die Kontrolleure ins Abteil. Ganz nach dem Motto „Wir sind hier nicht im Kindergarten“ gab es keine Diskussion und keine Möglichkeit, das Missgeschick zu klären. Das Resultat? Eine Strafe von insgesamt 220 Euro. 90 Euro für die Freundin und 130 Euro für Marco, der bereits einmal in die sogenannte „Sekundenfalle“ getappt war. Marco war sichtlich frustriert und bemängelte, dass solche Erlebnisse den öffentlichen Nahverkehr unattraktiv machen. Er versuchte, den Vorfall schriftlich zu klären, doch das blieb leider fruchtlos.

Die Regeln im Schweizer Nahverkehr

Wie wir alle wissen, gibt es in der Schweiz eine landesweite Regelung für den Ticketkauf, die für alle Transportunternehmen verbindlich ist. Das bedeutet, dass Fahrgäste die Verantwortung tragen, ein gültiges Ticket selbstständig und rechtzeitig zu kaufen. Der offene öV-Zugangsbereich im ZVV basiert auf Vertrauen und Fairness. Ein bisschen wie beim gemeinsamen Essen: Jeder bringt etwas mit, und in diesem Fall ist es das Ticket. Und mit einer Vielzahl von Kanälen, über die man Tickets erwerben kann, ist das ja auch keine große Herausforderung.

Es fehlt also nicht an Möglichkeiten, aber es erfordert auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung. Die Kontrolleure sind angewiesen, keine Diskussionen zu führen. Da bleibt einem manchmal nur das Gefühl, dass man in einer Art modernen „Schwarzfahrer-Domäne“ lebt, wo jede Sekunde zählt. Und während unsere Nachbarn in Deutschland mit ihren eigenen Regelungen zu tun haben – da gibt’s bei verspätetem Ticketkauf immerhin ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 Euro – ist die Schweiz hier nicht weniger streng.

Ein ungebrochenes Zugfahrer-Herz

Doch trotz der Strafe möchte Marco nicht auf das Zugfahren verzichten. Das kann ich nachvollziehen! Es gibt nichts Schöneres, als den Zug durch die malerische Landschaft der Schweiz rollen zu sehen. Man sitzt gemütlich, die Landschaft zieht vorbei und man kann die Gedanken schweifen lassen. Vielleicht wird er beim nächsten Mal einfach ein paar Sekunden früher am Ticketautomaten stehen. Denn eins ist klar: Der Zugverkehr hat seinen ganz eigenen Charme, auch mit seinen kleinen Tücken.

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Die Schweiz hat ein gut funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz, das auf finanzieller Tragbarkeit beruht. Die Mitarbeit aller Fahrgäste ist unerlässlich. Stellen wir uns vor, was passiert, wenn niemand mehr ein Ticket kauft – das System würde zusammenbrechen. Also, auf ins nächste Abenteuer im Zug – aber vielleicht mit ein bisschen mehr Zeit im Hinterkopf!