Heute ist der 12.05.2026 und wir blicken zurück auf das Baselbieter Rebjahr 2025, das für die Winzer im Kanton Baselland alles andere als ein Zuckerschlecken war. Urs Weingartner, der Rebbaukommissär, hat es treffend beschrieben: Der Saisonstart war vielversprechend, die ersten Sonnenstrahlen schienen den Reben neuen Lebensmut zu geben. Doch wie so oft im Leben – die Realität stellte sich als etwas widerborstig heraus.
Die Ernte, die schließlich 750 Tonnen Trauben aus den Kantonen Basel und Solothurn hervorbrachte, bleibt hinter dem Zehnjahresschnitt von 799 Tonnen zurück. Das Ergebnis? Die drittkleinste Ernte des letzten Jahrzehnts. Ein echter Dämpfer. Besonders die Hauptsorten Blauburgunder und Riesling-Silvaner schafften es nur auf durchschnittliche Oechslegrade von 91.8 und 77.7. Das ist, gelinde gesagt, nicht gerade berauschend.
Wetterkapriolen und Hagel
Der Juni 2025 hielt uns auf Trab – er war der zweitheisseste seit Beginn der Messungen, mit Temperaturen, die 3,8 Grad über dem Durchschnitt lagen und 140 Prozent mehr Sonnenstunden als gewohnt. Da könnte man glatt ins Schwärmen geraten, aber die Freude währte nur kurz. Ein nasser August und September schoben sich wie ein ungebetener Gast zwischen die Trauben und die Winzer. Der Regen führte dazu, dass die Trauben anschwollen und platzten. Fäulnis durch Pilze und Bakterien war die unangenehme Folge. Und während die Winzer noch mit den Folgen des Wetters kämpften, warteten sie gleichzeitig auf die Ernte, was das Risiko von Vogelfraß und Wespenbefall erhöhte. Ein wahres Drama!
Doch das war noch nicht alles. Am 27. August kam dann der Hagel – und was für einer! In mehreren Gemeinden fiel rekordgroßer Hagel, der fast reife Trauben stark beschädigte. Jeanette Imhof vom Imhof Weinbau in Sissach sprach von erheblichen Hagelschäden, die einen großen Rettungsaufwand erforderten. Manuelle Sortierung vieler beschädigter Trauben wurde zur Pflicht, um Fehlgeschmäcker im Wein zu vermeiden. Ein Hoch auf die Hartnäckigkeit der Winzer, die sich trotz aller Widrigkeiten nicht unterkriegen ließen!
Erfreuliche Qualität trotz aller Widrigkeiten
Trotz der Herausforderungen, die das Jahr 2025 mit sich brachte, können die Winzer auf die Qualität ihrer Weine stolz sein. Immerhin macht die Region weniger als ein Prozent des schweizweiten Rebbaus aus, was die Erzeugnisse umso besonderer macht. In einem sinkenden Absatzmarkt könnte eine geringere Ernte sogar vorteilhaft sein, denn Qualität über Quantität! Das ist der Leitsatz, den viele Winzer in schweren Zeiten im Hinterkopf haben.
Ein bisschen Licht am Ende des Tunnels, könnte man sagen. Aber die Frage bleibt: Wie geht es weiter? Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Leidenschaft der Winzer in Kombination mit den Launen der Natur ein harmonisches Zusammenspiel ergeben kann oder ob wir weiterhin mit solchen Wetterkapriolen rechnen müssen. Eines ist sicher: Die Liebe zum Weinbau bleibt ungebrochen, auch wenn die Umstände manchmal wie ein Störfaktor erscheinen.