Der EV Zug im Umbruch: Ein Abschied, neue Hoffnungen und die Suche nach der Erfolgsformel
Am 24. Juni 2026 ist der EV Zug in aller Munde, und das nicht ohne Grund. Die Entlassung von Patrick Lengwiler, dem bisherigen Geschäftsführer und Sportchef, hat für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt. Hans-Peter Strebel, der Präsident des Vereins, und der Verwaltungsrat haben sich dazu entschlossen, Lengwiler aufgrund unterschiedlicher strategischer Auffassungen vorzeitig zu entlassen. Sein Vertrag wäre zwar bis Herbst 2027 gelaufen, doch in einem bemerkenswerten Schritt bat Lengwiler um sofortige Entlassung, da er unter den gegebenen Umständen die Gesamtverantwortung nicht mehr aufrechterhalten konnte. Eine klare Ansage!
Die Geschichte von Lengwiler ist die eines Menschen, der fast drei Jahrzehnte für den EV Zug gearbeitet hat. Angefangen hat alles 1997 als Juniorentrainer, bevor er 2004 zum Sportchef und 2012 schließlich zum Geschäftsführer aufstieg. Strebel würdigte seine langjährige Arbeit und wünschte ihm alles Gute für die Zukunft. Eine respektvolle Geste, die in der Sportwelt nicht immer selbstverständlich ist. Doch der Druck, der auf dem Verein lastet, ist enorm: Nach den enttäuschenden Leistungen in den letzten beiden Saisons, in denen die Meistertitel von 2021 und 2022 nicht verteidigt werden konnten, ist die Luft dünn.
Internes Klima und Zukunftsausblick
Die internen Spannungen sind offensichtlich. Die OYM-Philosophie, die im Verein verfolgt wird, stößt auf Kritik und wird als zu restriktiv angesehen. Und als ob das nicht genug wäre, kursieren Gerüchte über die mögliche Entlassung des neuen Trainers Lauri Marjamäki. Strebel, als Milliardär und Hauptaktionär, hat dabei das letzte Wort, wenn es um die Personalpolitik geht. Man fragt sich, wie lange die Nerven der Verantwortlichen standhalten. Die Situation beim EV Zug erinnert an die des FC Zürich unter Ancillo Canepa, wo ebenfalls viele Fragen offen blieben. Doch im Gegensatz zu Zürich scheinen hier potenzielle Investoren in den Startlöchern zu stehen.
Die Entlassung von Lengwiler folgt auf die Abberufung von Reto Kläy, dem Sportchef. Ein durchgreifender Schnitt, der Fragen aufwirft: Wo soll die Reise hingehen? Die Mannschaft hat in der vergangenen Saison im Play-off-Viertelfinal gegen Davos mit 0:4 verloren und dabei eine erschreckende Disziplinlosigkeit an den Tag gelegt. Dies hat auch Torhüter Leonardo Genoni verärgert, der die Einstellung seiner Mitspieler scharf kritisierte. Ein Umdenken ist dringend notwendig!
Radikale Veränderungen und neue Hoffnung
Die Sommermonate 2025 brachten radikale Veränderungen mit sich. Der EV Zug verabschiedete sich von drei schwedischen Nationalspielern – Gabriel Carlsson, Niklas Hansson und Fredrik Olofsson – aus laufenden Verträgen. Solche Maßnahmen wecken Erinnerungen an die Aussortierung der „Viererbande“ im Jahr 2001. Präsident Strebel verfolgt eine langfristige Vision für den Klub, und das mit einer klaren Handschrift. Unter seiner Führung konnte der Verein bereits zwei Meistertitel gewinnen, doch der Druck, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, wächst.
Die Neuausrichtung des Klubs ist spürbar. Michael Liniger, der als Assistent tätig war, wurde zum neuen Cheftrainer befördert. Er ist zudem der erste einheimische Trainer des EV Zug seit 1991 – eine spannende Entwicklung! Und auch auf dem Transfermarkt tut sich was: Dominik Kubalik, Tomas Tatar und David Sklenicka sind als neue Spieler verpflichtet worden. Mit einem 3:0-Sieg gegen Bern zum Saisonauftakt hat die Zuger Mannschaft gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt, auch wenn das Stadion nicht ganz voll war.
Der Klub plant zudem eine Erweiterung des Stadions um 1300 Plätze, was die Gesamtkapazität auf 9000 erhöhen würde. Ein klares Signal, dass man in Zug an die Zukunft glaubt. Und wenn Genoni seine Mitspieler motivieren kann, könnte der EV Zug durchaus als Titelfavorit in die neue Saison gehen. So viele Veränderungen, so viele Fragen – es bleibt spannend!
