Heute ist der 8.05.2026 und während wir hier im Wallis sitzen, brodelt es in der Schweizer Mobilitätsdebatte. Die 31DAYS Challenge hat die Gemüter erhitzt. In Städten wie Bern, Luzern und St. Gallen können Teilnehmer für einen Monat ihr Auto stehen lassen und genießen dafür kostenlosen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Carsharing-Angeboten und E-Bikes. Klingt verlockend, oder? Mit einem geschätzten Gegenwert von mindestens 1.400 Franken pro Teilnehmer könnte man fast meinen, das wäre ein Geschenk des Himmels.
Aber nicht alle sind begeistert. Die Automobilbranche, vertreten durch die Organisation auto-schweiz, sieht das Ganze eher als eine Form der Verhaltenssteuerung – und das sind nicht nur leere Worte. Frank Keidel äußert klare Bedenken: Mobilität sei ein Grundbedürfnis! Er spricht sich dafür aus, dass individuelle Bedürfnisse besser erkannt werden sollten, anstatt sie durch solche Aktionen zu steuern. Geld solle lieber in die Verbesserung der Alltagsnutzung, der Parkmöglichkeiten und der Infrastruktur fließen. Ein fairer Punkt, oder?
Die finanziellen Dimensionen
Bei genauerem Hinsehen wird die Dimension der Challenge greifbar: Um rund 10.000 Menschen zu erreichen, wird ein Gesamtaufwand von 14 Millionen Franken angestrebt. Ein Teil dieser Summe, wie die 90.000 Franken vom Kanton Wallis, stammt aus öffentlichen Mitteln. Kritiker sehen darin eine Geldverschwendung, während Befürworter argumentieren, dass diese Investitionen langfristig zu einer Entlastung des Verkehrs führen könnten.
Aber was, wenn wir das Ganze mal aus einer anderen Perspektive betrachten? Schaut man zum Nachbarn Deutschland, wo der Bundesverband Carsharing die Auswirkungen von Carsharing untersucht hat, wird deutlich, wie viel Potenzial in solchen Initiativen steckt. Dort ersetzen die 18.000 Carsharing-Fahrzeuge etwa 192.600 private Pkw in den Haushalten. Ohne diese Angebote würde der Pkw-Bestand signifikant steigen und zusätzliche Parkflächen in exorbitantem Maße benötigt werden – schätzungsweise 1,9 Millionen Quadratmeter! Wer will schon so viel Beton, wenn wir stattdessen die Natur atmen lassen könnten?
Die Frage bleibt: Ist die 31DAYS Challenge der richtige Weg, um Menschen zum Umdenken zu bewegen? Oder sollte man die Gelder lieber in die Verbesserung der Infrastruktur stecken, wie es Herr Keidel vorschlägt? Die Diskussion wird weitergehen, und eines ist sicher: Die Mobilität der Zukunft wird uns alle beschäftigen – ob wir wollen oder nicht.