Im Oberwallis geht es gerade drunter und drüber. Während Air Zermatt und Air Glaciers den Himmel über den Berghängen bewachen, ist die Rega in der restlichen Schweiz unterwegs. Spannungen zeichnen sich ab – vor allem seit die KWRO 2022 Aufträge an die beiden Walliser Rettungsorganisationen vergeben hat. Das hat die Rega und Héli-Alps auf den Plan gerufen, die nun beim Kantonsgericht ihre Beschwerde eingelegt haben. Der Entscheid steht noch aus und kann als ein kleiner, aber entscheidender Zankapfel im Rettungswesen angesehen werden.

Ein Thema, das die Gemüter im Goms erhitzt, ist die medizinische Versorgung. Nach der Verlegung der Pikettambulanz von Münster nach Fiesch brodelt die Diskussion. Gemeindepräsident Gerhard Kiechler bringt es auf den Punkt: Eine dezentrale Grundversorgung muss her. Und die Gommer Urversammlung hat das auch erkannt. Mit 94 Ja-Stimmen und 61 Nein-Stimmen wurde der Antrag für eine saisonale Rega-Basis auf dem Flugplatz Münster angenommen. Ein Schritt, der für einige Hoffnung, für andere Skepsis bedeutet.

Ein erster Schritt zur Verbesserung?

Die Rega plant, in den einsatzintensiven Wochen und Monaten einen Helikopter samt Crew auf dem Flugplatz Münster zu stationieren. Rega-Mediensprecher Adrian Schindler sieht darin den ersten Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Region. Doch nicht jeder teilt diese Ansicht. Fredy-Michel Roten, Direktor der KWRO, hält die Basis für überflüssig und betont, dass die Rettungskette im Goms bereits gut funktioniert. Ein ehrlicher Meinungsaustausch oder eher ein Wettlauf um die besten Lösungen?

Bevor die Rega tatsächlich ihre Basis eröffnen kann, stehen noch einige Hürden an. Ein Betriebskonzept muss ausgearbeitet werden, und eine Betriebsbewilligung beim Kanton Wallis ist ebenfalls erforderlich. Zudem braucht die Rega die Anerkennung durch den Interverband der Rettungswesen. Der Weg ist also noch lang, und die Frage bleibt: Ist die Bevölkerung bereit, diesen Weg mitzugehen?

Die Rolle der KWRO und der Notrufnummer 144

Unterdessen bleibt die Notrufnummer 144 das Rückgrat der Rettungsorganisationen. Sie ermöglicht die Mobilisierung und Koordination von Rettungsmitteln, wenn es darauf ankommt. Disponenten können alles anfordern, von Ambulanzen und Ärzten bis hin zu Helikoptern und First Respondern. Bei verunfallten oder kranken Personen greifen sie auf strenge Protokolle zurück, die jede mögliche Notfallsituation abdecken. So wird nicht nur die Effizienz der Einsätze gesteigert, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung gestärkt.

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Die Disponenten sind gut geschult und durchlaufen regelmäßige Weiterbildungen. Das AMPDS, ein standardisiertes telefonisches Abfragesystem, hilft ihnen dabei, die Schwere der Situation schnell einzuschätzen. Und auch hinter den Kulissen läuft viel: Ein Verwaltungsteam sorgt für reibungslose Abläufe an der Notrufzentrale 144, die organisatorisch unter dem Dach der KWRO agiert.

Inmitten dieser Entwicklungen bleibt die Frage nach der Zukunft der Luftrettung im Wallis spannend. So wie die Berge, die uns umgeben, bleibt auch die Rettungslandschaft in Bewegung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden und ob die Gommer Bürger bald von einer verbesserten medizinischen Versorgung profitieren können.