Luchs im Wallis: Zwischen Schutz und Regulierung – Ein heißes Eisen in der Debatte
Im Wallis brodelt es – und das nicht nur bei den Temperaturen! Hier wird laut über die Regulierung des Luchsbestands diskutiert. Insbesondere ein Walliser Jäger hat seine Besorgnis geäußert. Der Grund? Der Anstieg der Luchspopulation, der anscheinend den Beständen von Gämsen und Rehen zu schaffen macht. Die Situation ist alles andere als einfach, denn der Luchs ist streng geschützt. Und jetzt gibt es sogar Forderungen nach einem Pilotprojekt, um die Population in den Griff zu bekommen.
Ein Blick in die jüngste Vergangenheit zeigt, dass die Luchspopulation im Wallis seit 2020 eine erfreuliche Erholung erlebt hat. Im Winter 2024–2025 wurden 30 unabhängige Luchse und 8 Würfe gezählt. Das klingt zunächst nach einer Erfolgsgeschichte! Doch diese positive Entwicklung bringt auch Herausforderungen mit sich. Im Kanton Waadt wurde kürzlich die Tötung eines Luchses genehmigt, der wiederholt Nutztiere angegriffen hat. Eine Entscheidung, die nicht leichtfertig getroffen wurde, denn die Verantwortung liegt bei den kantonalen Jagdbehörden.
Der Regulierungsabschuss – ein heißes Eisen
Die Diskussion um einen möglichen Regulierungsabschuss wird immer lauter. Jean-Frédéric Sierro, Präsident des Jagdverbands Diana Romande, bestätigte, dass es innerhalb der Jagdgemeinschaft Stimmen für einen solchen Abschuss gibt. Nationalrat Benjamin Roduit berichtet von angeregten Debatten auf kantonaler Ebene. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat indes noch keine Informationen über potenzielle Luchsabschüsse im Wallis. Das rechtliche Gerüst bleibt unverändert, doch die Dringlichkeit der Situation erfordert ein Handeln, denn im Sommer 2025 kam es zu vermehrten Angriffen von Luchsen auf Nutztiere. Dies führte zu vorzeitigen Abalpen – ein wahrlich bitteres Ende für die betroffenen Landwirte.
Im Hintergrund arbeitet die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) daran, die Situation zu analysieren. Sie warten auf Ergebnisse von Datenanalysen zum Luchs-Monitoring. Währenddessen hat das BAFU auch die Verantwortung, Richtlinien für das Luchsmanagement zu erarbeiten und die Kantone bei der Überwachung des Bestands zu unterstützen. Die Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsakteuren ist entscheidend – Herdenschutzmaßnahmen sind das Stichwort!
Ein Blick über die Grenzen
Die Schweiz trägt eine besondere Verantwortung für den Schutz des Luchses in Europa. Stabile Luchsbestände haben sich nicht nur in den Nordwestalpen und im Jura gebildet, sondern auch in der Nordostschweiz – ein Erfolg, der 1971 mit der Wiederansiedlung begann. Doch der Umgang mit dem Luchs ist im Luchskonzept festgelegt, das als Vollzugshilfe des BAFU fungiert. Es regelt nicht nur den Artenschutz, sondern auch die Schadensverhütung und die Entschädigungen für betroffene Landwirte. Das BAFU organisiert und fördert Herdenschutzmaßnahmen, um landwirtschaftliche Nutztiere zu schützen.
Internationale Zusammenarbeit ist hierbei von großer Bedeutung. Experten aus anderen Alpenländern – seien es Frankreich, Deutschland oder Österreich – treffen sich regelmäßig, um die Situation des Eurasischen Luchses zu besprechen. Diese Gespräche sind wichtig, denn in einem sich ständig verändernden Umfeld müssen Lösungen gefunden werden, die sowohl dem Schutz des Luchses als auch den Interessen der Landwirtschaft Rechnung tragen.
Was bleibt zu sagen? Die Situation ist komplex und erfordert ein sensibles Vorgehen. Die Natur ist ein fragiles Gleichgewicht, und jeder Eingriff könnte weitreichende Folgen haben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussionen rund um den Luchs entwickeln und welche Entscheidungen letztendlich getroffen werden. Ein spannendes Thema, das uns sicherlich noch länger beschäftigen wird.
