In der malerischen Kulisse des Wallis, wo die Alpen majestätisch emporragen, nimmt das Projekt Gornerli oberhalb von Zermatt nun endlich konkrete Formen an. Die Grande Dixence AG hat angekündigt, dass das Volumen des geplanten Mehrzweckstausees von ursprünglich 150 Millionen auf 120 Millionen Kubikmeter reduziert wird. Ein Schritt, der nicht ganz ohne Folgen bleibt: Die Kosten des Projekts schießen um satte 70 Prozent in die Höhe und übersteigen nun die 500-Millionen-Franken-Marke. Es ist nicht gerade der beste Zeitpunkt, um in die Tasche zu greifen – aber die Notwendigkeit ist gegeben, denn die Zukunft der Wasserversorgung in der Region hängt von diesem Vorhaben ab.
Das Gornerli-Projekt gehört zu den 16 vorrangigen Vorhaben des Bundes, die aus dem Runden Tisch zur Wasserkraft hervorgegangen sind. Der Staudamm, der mit einer Höhe von 100 Metern aufwarten kann, spielt eine Schlüsselrolle beim Hochwasserschutz für Zermatt und das Mattertal. Zudem sichert er die Wasserversorgung für Landwirtschaft, Tourismus und Trinkwasser in der Region. Das klingt alles nach einem ganz schön großen Plan, oder? Aber die Herausforderungen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Neueste Klimastudien erfordern eine Überarbeitung der Pläne für das Winterreservoir-Projekt, was bedeutet, dass die Staumauer um weitere fünf Meter erhöht werden muss, um das Stromproduktionspotenzial von 650 GWh zu erreichen.
Ein Blick auf die Kosten
Die Kosten sind nicht einfach nur eine Zahl – sie spiegeln die Komplexität des Vorhabens wider. Die ursprünglich veranschlagten 300 Millionen Franken wurden aufgrund neuer Erkenntnisse in Geologie, Topografie und Baustellenlogistik auf 510 Millionen Franken korrigiert. Und während der Bund erfreulicherweise bis zu 60 Prozent der Kosten übernimmt, bleibt abzuwarten, wie die endgültige Finanzierung aussehen wird. Regulatorische Fragen müssen noch mit dem Bund geklärt werden, bevor es zu einer endgültigen Entscheidung kommt.
Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für 2035 vorgesehen, aber dies hängt von vielen Faktoren ab: dem endgültigen Beschluss des Parlaments sowie den Vereinbarungen mit den Umweltorganisationen, der Gemeinde Zermatt und dem Kanton Wallis. Man kann nur hoffen, dass alles nach Plan verläuft und keine weiteren unerwarteten Hindernisse auftauchen.
Ein langfristiger Blick in die Zukunft
Die Bedeutung des Gornerli-Projekts kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit einem Speichervolumen von 120 Millionen Kubikmetern spricht man hier von einer Winterspeicherkapazität von 550 GWh. Das bedeutet langfristige Sicherheit für die Wasserversorgung in der Region, was gerade in Zeiten des Klimawandels von immenser Bedeutung ist. Es ist der Nervenkitzel, den man spürt, wenn man an die ersten Machbarkeitsstudien aus dem Jahr 2021 denkt, die von 650 GWh bei 150 Millionen Kubikmetern ausgingen. Da hat man sich wohl ein bisschen zu viel vorgenommen!
Doch wie steht es um die weiteren Projekte der Wasserkraft in der Schweiz? Der Bundesrat prüft regelmäßig den Stand der in Anhang 2 des Stromversorgungsgesetzes aufgeführten Projekte, die allesamt nationalen Interessen dienen. Das bedeutet, dass einige Projekte redimensioniert oder vorläufig nicht weiterverfolgt werden, während andere in verschiedenen Planungsphasen stecken. Es bleibt abzuwarten, welche Änderungen in der Projektliste bis Ende 2025 vorgeschlagen werden.
Das Gornerli bleibt jedoch das größte Winterspeicherprojekt unter den 16 Vorhaben des Runden Tisches zur Wasserkraft. Und so wird die Entwicklung in den kommenden Jahren nicht nur für die Region Zermatt, sondern für die gesamte Schweiz von großer Bedeutung sein. Irgendwie ist es faszinierend, wie ein einzelnes Projekt solch eine Welle an Veränderungen und Herausforderungen mit sich bringen kann – und das alles vor der Kulisse dieser majestätischen Berge!