Heute ist der 29.04.2026. Die Wirtschaftslandschaft der Schweiz zeigt sich im ersten Quartal 2026 in einem turbulenten Licht. Die Anzahl der Firmenkonkurse hat sich mehr als verdoppelt, und es scheint, als ob die Schweizer Wirtschaft sich in einem Prozess der starken Marktbereinigung befindet. Laut einer aktuellen Analyse von Dun & Bradstreet ist diese Entwicklung jedoch nicht als klassische Konjunkturkrise zu werten. Vielmehr wird sie als Teil eines dynamischen Wandels in der Unternehmenslandschaft interpretiert.

Im ersten Quartal 2026 haben insgesamt 3074 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von über 100 Prozent entspricht. Besonders auffällig ist der Anstieg der Insolvenzen in den Kantonen Thurgau und Basel-Landschaft, wo die Zahlen um über 200 Prozent in die Höhe geschnellt sind. Diese Entwicklungen sind nicht nur ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Herausforderungen, sondern auch eine Reaktion auf die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein neues Bundesgesetz zur Bekämpfung von missbräuchlichem Konkurs, das das Behördenprivileg im Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) aufhebt. Öffentlich-rechtliche Forderungen müssen nun bei im Handelsregister eingetragenen Schuldnern über Konkurs betrieben werden.

Ein Blick auf die Gründungsaktivität

Trotz der Sorgen um steigende Insolvenzen bleibt die Gründungsaktivität in der Schweiz robust. Im Gegenteil, es werden so viele neue Unternehmen gegründet wie nie zuvor. Besonders im Versorgungswesen ist ein Anstieg von 41 Prozent zu verzeichnen, gefolgt von einem Zuwachs von 33 Prozent in der Herstellung von nicht haltbaren Gütern und 24 Prozent bei haltbaren Gütern. Diese Zahlen zeigen, dass es auch in herausfordernden Zeiten Möglichkeiten für Unternehmer gibt, neue Ideen zu verwirklichen und innovative Unternehmen zu gründen.

Die Branchen Ausbildungsdienste und Baugewerbe sind unter den Insolvenzen besonders stark betroffen, während andere Sektoren wie der Großhandel sowie die Holz- und Möbelindustrie einen Rückgang an Gründungen verzeichnen. Experten von Dun & Bradstreet erwarten, dass die Zahl der Insolvenzen im gesamten Jahr weiter steigen könnte, was die Unsicherheit auf dem Markt verstärkt.

Marktbereinigung oder Krise?

Die gegenwärtige Situation wirft die Frage auf, ob die Schweiz sich inmitten einer Marktbereinigung befindet oder ob wir es mit einer ernsthaften Krise zu tun haben. Die Experten betonen, dass diese hohe Dynamik in der Unternehmenslandschaft nicht nur negativ zu werten ist. Die Tatsache, dass sich viele Unternehmen neu gründen, könnte ein Zeichen für einen gesunden Wettbewerb und Innovationsgeist sein, der notwendig ist, um die Herausforderungen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage zu meistern.

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In einer Zeit, in der viele Unternehmer auf der Kippe stehen, ist es entscheidend, dass geeignete Unterstützungsmaßnahmen und Beratungsangebote bereitgestellt werden, um die Gründungswelle zu fördern und gleichzeitig den betroffenen Branchen unter die Arme zu greifen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Lage weiter entwickeln wird und welche Unternehmen die Herausforderungen meistern können, um gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen.