Mythos im Wandel: Geschichten, die unsere Welt formen
Am 12. Juni 2026 öffnet sich die Tür zu einer ganz besonderen Welt im Werk2 in Arbon. Die interdisziplinäre Sonderausstellung «Sehnsucht Mythos. Wie Geschichten unsere Welt gestalten» lädt dazu ein, tief in die faszinierende Welt der Mythen einzutauchen. Bis zum 22. November 2026 haben die Besucher die Möglichkeit, die gesellschaftliche Relevanz von Mythen zu entdecken – ein Thema, das uns alle betrifft. Die Ausstellung zeigt, wie Geschichten, Bilder und Symbole aus dem Alltag miteinander verwoben sind und uns in unserem Denken und Handeln beeinflussen. Das zentrale Symbol der Ausstellung, ein majestätischer Baum, steht für eine Gesellschaft, die kontinuierlich neue Mythen hervorbringt. Die Äste dieses Baums tragen Früchte, die Sinnbilder für Geschichten aus verschiedenen Kulturen darstellen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf regionalen Sagen und fernen Legenden, die in Verbindung mit Kunst, Natur, Archäologie und Geschichte stehen. Die zentrale Frage, die sich durch die gesamte Ausstellung zieht, lautet: Wie prägen Geschichten unser Denken und Handeln bis heute? In einem begehbaren Erlebnisraum können die Besucher nicht nur staunen, sondern auch aktiv teilnehmen. Ein partizipatives Mythenbuch ermöglicht es, sich mit den Mythen auseinanderzusetzen und am Ende zu entscheiden, was mit diesen Geschichten geschehen soll – ob man sie mitnimmt, zurücklässt oder gar verändert.
Ein Rahmenprogramm für alle
Um die Vielfalt der Mythen noch weiter zu erkunden, wird ein spannendes Rahmenprogramm angeboten. Führungen für Schulklassen, Erwachsene und Familien, Tischgespräche und sogar Theateraufführungen sind Teil des Angebots. Und für die Kreativen unter den Besuchern gibt es Siebdruck-Workshops mit Martin Schlegel. Hier kann man selbst aktiv werden und die eigenen Ideen in die Welt der Mythen einbringen. Öffnungszeiten sind Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils von 14 bis 18 Uhr – perfekt für einen gemütlichen Nachmittag.
Die Ausstellung ist nicht nur für kulturinteressierte Erwachsene gedacht, sondern auch für Familien und Schulklassen. Es ist eine Gelegenheit, bekannte Erzählungen zu hinterfragen und regionale sowie internationale Sagen neu zu entdecken. Die interdisziplinäre Verbindung von Natur, Geschichte, Archäologie und Kunst macht das Ganze besonders spannend. Es wird viel geboten, um die Mythen in einem neuen Licht zu betrachten – und das nicht nur als Relikte der Vergangenheit, sondern als lebendige Geschichten, die auch heute noch Bedeutung haben.
Eine tiefere Reflexion über Mythen
Mythen haben eine historische und gegenwärtige Bedeutung – das wird auch in einer interdisziplinären Fachtagung deutlich, die unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Felix Hinz und Professorin Dr. Anette Sosna steht. Die Tagung beleuchtet die Rolle von Mythen als Erklärungsansätze für das Unfassbare in Literatur, Geschichte und Bildung. Mythen strukturieren kulturelle Vorstellungen und prägen Narrative, die immer wieder Gegenstand kritischer Reflexion in Wissenschaft und Didaktik sind. Es wird untersucht, welche Funktionen und Formen Mythen in verschiedenen Kontexten einnehmen und wie sie im Deutsch- und Geschichtsunterricht vermittelt werden können. Die Relevanz dieser Diskussionen für aktuelle Herausforderungen, wie medial tradierte Mythen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
So wird die Ausstellung in Arbon nicht nur ein Ort der Begegnung mit alten Geschichten, sondern auch ein Raum für neue Ideen und innovative Diskussionen. Man kann gespannt sein, welche neuen Mythen und Erzählungen aus dieser lebendigen Auseinandersetzung hervorgehen werden.
