Es gibt Momente, da fragt man sich, wo der Fuchs eigentlich hin ist. In den Siedlungen des Kantons Thurgau scheint er unübersehbar präsent zu sein, und das nicht zuletzt dank der menschlichen Nahrungsreste, die überall verstreut liegen. Zwei Grünen-Kantonsräte, Mathis Müller und Isabelle Vonlanthen, haben nun eine Anfrage zur Einführung einer evidenzbasierten Fuchsjagd eingereicht. Der Grund? Die Fuchsbestände sind hoch – geradezu explodiert! Aber die Frage bleibt: Ist eine gezielte Jagd wirklich die Lösung?

Die Zahlen sprechen für sich: Im Kanton Thurgau wurden von 2020 bis 2024 im Schnitt 712 Füchse pro Jahr erlegt. Man könnte denken, das wäre eine klare Strategie zur Bestandsregulierung, Artenschutz und Krankheitsprävention. Doch die wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten auf etwas anderes hin. Oft erzielt die Fuchsjagd nicht die gewünschten Wirkungen. Füchse sind bemerkenswerte Überlebenskünstler, die sich erstaunlich gut anpassen. Selbst unter Jagddruck bleibt ihre Population stabil. Das klingt fast wie ein Naturgesetz, oder? Komischerweise zeigen Untersuchungen sogar, dass intensive Bejagung unbeabsichtigte Nebenwirkungen hat – etwa eine erhöhte Mobilität junger Tiere, die dann noch schwerer zu fassen sind.

Der Regierungsrat bleibt skeptisch

Und was sagt der Regierungsrat dazu? Er lehnt eine gezielte Fuchsjagd entschieden ab und sieht die bestehende Jagd als Teil des Wildtiermanagements. Seit 2017 gilt ein Baujagdverbot für Füchse, was tatsächlich zu einem Rückgang der Fuchsabschüsse geführt hat. Aber das ist nicht alles! Der Regierungsrat betont, dass ein flächendeckendes Monitoring-System, welches die Fuchsbestände genau beobachten könnte, einen enormen Aufwand verursachen würde. Und ehrlich gesagt, im Moment sieht man keinen klaren Mehrwert darin. Das klingt fast nach einem Dilemma, nicht wahr?

Um dem Fuchsproblem Herr zu werden, setzen die Verantwortlichen stattdessen auf Maßnahmen zur Abfallbewirtschaftung in Siedlungen. Unterflurcontainer sollen helfen, die menschlichen Nahrungsquellen zu reduzieren und damit die Füchse weniger anziehen. Ein Ansatz, der vielleicht weniger dramatisch ist als die Jagd, aber möglicherweise langfristig nachhaltiger. Die Grünen-Kantonsräte sind von dieser Antwort des Regierungsrats jedoch enttäuscht. Verständlich, schließlich ist der Frust spürbar, wenn man auf ein Problem hinweist und dann auf eine Lösung hofft, die nicht kommt.

Das Thema ist nicht nur lokal, sondern spiegelt auch ein größeres Bild wider. Wie gehen wir mit der Natur und den Tieren um, die sich in unsere Lebensräume drängen? Die Herausforderung, die Balance zwischen Mensch und Wild zu finden, wird uns auch in Zukunft begleiten. Vielleicht ist der Fuchs ja gar nicht so verkehrt – er zeigt uns lediglich, dass wir umdenken müssen. Und das ist ein geduldiges Spiel, das nicht von heute auf morgen gelöst werden kann.

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