Die Psychiatrischen Dienste Thurgau haben am 1. Juni eines bemerkenswertes Zeichen gesetzt und die Auszeichnung als «selbsthilfefreundliche Klinik» erhalten. Verliehen wurde dieses Label von der Stiftung Selbsthilfe Schweiz, die damit die Bedeutung von Selbsthilfegruppen im Gesundheitswesen unterstreichen möchte. Ehrlich gesagt, das ist ein Schritt, der nicht nur für die Klinik selbst, sondern für das gesamte Gesundheitssystem in der Region von großer Bedeutung ist.

Selbsthilfegruppen sind wie ein sicherer Hafen für Betroffene und deren Angehörige. Sie bieten Unterstützung im Umgang mit Erkrankungen und ermöglichen einen Austausch, der oft Gold wert ist. Ralf Gebhardt, der Spitaldirektor der Psychiatrischen Dienste Thurgau, hebt die Wichtigkeit von Empowerment und Vernetzung hervor. Und ganz recht hat er! Die Klinik pflegt eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und lädt sogar Vertreter der Selbsthilfe Thurgau zu internen Veranstaltungen ein, um ihre Erfahrungen zu teilen. Das ist nicht nur gut für die Patienten, sondern zeigt auch, wie nah die Klinik am Puls der Zeit ist.

Erste Auszeichnung im Thurgau

Aber das ist noch nicht alles! Die externen Psychiatrischen Dienste der Clienia AG in Frauenfeld und Sirnach haben nach einer zweijährigen Projektphase ebenfalls einen großen Erfolg gefeiert. Sie sind das erste Spital im Thurgau, das die Auszeichnung als «Selbsthilfefreundliches Spital» erhalten hat. Diese Auszeichnung wurde im November 2023 entgegengenommen und im Januar 2024 gebührend gewürdigt. Chefarzt Andreas Erny und sein Team, darunter Colette Guillaumier und Peter Gabriel, haben sich intensiv mit dem Selbsthilfezentrum Thurgau und den Selbsthilfegruppen in der Region auseinandergesetzt. Das macht Hoffnung, denn regelmäßige Informationsanlässe über Selbsthilfe werden in den Kliniken angeboten – ein echter Gewinn für alle Beteiligten!

Das Engagement für Selbsthilfefreundlichkeit ist nicht nur ein Lippenbekenntnis. Patient:innen werden systematisch auf Selbsthilfeangebote hingewiesen, und die Mitarbeitenden haben sogar die Möglichkeit, in ihrer Arbeitszeit an offenen Treffen von Selbsthilfegruppen teilzunehmen. Das fördert den Austausch und lässt die Distanz zwischen Fachpersonen und Betroffenen schmelzen. Man könnte sagen, hier wird die Brücke zwischen Theorie und Praxis ganz lebendig.

Ein starkes Netzwerk

Selbsthilfegruppen bieten nicht nur emotionale Unterstützung, sondern auch praktische Informationen, die im Alltag helfen können. Wenn man mit Gleichbetroffenen spricht, fühlt man sich oft weniger allein mit seinen Sorgen. Angehörige profitieren ebenfalls von dieser Unterstützung – das Wissen, nicht die einzigen zu sein, kann sehr entlastend sein. Diese gemeinschaftliche Selbsthilfe ist ein wichtiger Pfeiler im Gesundheitswesen, das die Arbeit von Ärzten und Pflegepersonal sinnvoll ergänzt.

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In der Schweiz existieren rund 2.800 Selbsthilfegruppen, von denen sich etwa 75 Prozent mit Gesundheitsthemen befassen. Die Stiftung Selbsthilfe Schweiz koordiniert 22 regionale Selbsthilfezentren und hat seit 2000 viel für die Sichtbarkeit und Wertschätzung der Selbsthilfe getan. Das Projekt «Gesundheitskompetenz dank selbsthilfefreundlichen Spitälern» zeigt, wie ernsthaft die Stiftung an der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Spitälern und Selbsthilfegruppen arbeitet.

Es ist ein spannendes Feld, das auch in Zukunft weiter erforscht wird. Die Hochschule Luzern evaluiert seit vier Jahren die Auswirkungen des Projekts und wird bald Ergebnisse präsentieren. Das interdisziplinäre Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Suzanne Lischer hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Wert der Selbsthilfe in Spitälern zu untersuchen und bestehende Kooperationen weiterzuentwickeln. Das klingt nicht nur nach einer Menge Arbeit, sondern auch nach einer tollen Gelegenheit, die Selbsthilfe auf eine neue Ebene zu heben.