Am 29. Mai 2023 hat Kreuzlingen eine ihrer engagiertesten Stimmen verloren: Anna Rink, die ehemalige Stadträtin, ist im Alter von 68 Jahren verstorben. Ein Verlust, der nicht nur in der politischen Arena spürbar ist, sondern auch in der Kultur und Gesellschaft der Stadt. Von 2003 bis 2020 war sie als Gemeinderätin der Freien Liste aktiv und hat die Stadt in vielerlei Hinsicht geprägt. Wer sie kannte, weiß, dass sie über Parteigrenzen hinweg geschätzt wurde. Ihr unermüdlicher Einsatz für eine nachhaltige und lebenswerte Stadt hat viele inspiriert.
Stadtrat Daniel Moss beschreibt sie als eine engagierte Mitbürgerin und Weggefährtin, die ihn zur Kandidatur für den Gemeinderat motivierte. Ihre Leidenschaft für die Gemeinschaft war ansteckend. Anna war nicht nur eine Stimme in der Politik; sie war auch die Initiantin und Mitbegründerin des Gemeinschaftsgartens „Lüüt & Rüebli“. Ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen, um zu gärtnern und sich auszutauschen. Das sagt doch alles über ihren Charakter aus.
Ein Leben für die Kultur
Anna Rink war auch eine feste Größe in der Kulturszene. Zehn Jahre lang arbeitete sie als Geschäftsstellenleiterin bei der Vereinigung „kunstthurgau“ und war bekannt für ihre Hartnäckigkeit sowie eine präzise Buchhaltung. Das war kein einfacher Job, aber sie meisterte ihn mit Bravour. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 2023 fand sie eine neue Leidenschaft im „Theater an der Grenze“, wo sie als Co-Präsidentin das Herzstück des Theaters war. Vreni Ellenbroeck, die andere Co-Präsidentin, beschreibt sie als wunderbaren Menschen – und das kommt nicht von ungefähr.
Das Theater an der Grenze ist ein kleiner, feiner Verein mit einem fünfköpfigen Vorstand, in dem Anna Rink eine zentrale Rolle spielte. Gemeinsam mit Klaus Okrafka und den anderen Vorstandsmitgliedern sorgte sie für ein abwechslungsreiches Programm, das Kabarett und regionales Theaterschaffen vereinte. 15 bis 20 Veranstaltungen pro Saison – das ist eine Menge! Da wird viel organisiert und noch mehr gelacht. Das Programmteam, unterstützt von Michael Goldbach, hat die Aufgabe, Künstlerinnen und Künstler zu präsentieren, die zwischen Kabarett, Varieté und Schauspiel agieren. Der kreative Austausch lag Anna stets am Herzen.
Kulturförderung in der Schweiz
Die Bedeutung von Persönlichkeiten wie Anna Rink wird auch im Kontext der Kulturförderung in der Schweiz deutlich. Die Kantone und Gemeinden sind für kulturelle Belange verantwortlich, während der Bund sich um nationale Angelegenheiten kümmert. Jährlich fließen rund 2,8 Milliarden Franken in die Kulturförderung, wobei ein großer Teil von den Gemeinden und Kantonen kommt. Annas Engagement für das lokale Theater ist also Teil eines größeren Ganzen, das die kulturelle Landschaft in der Schweiz stärkt.
Die Kulturförderung ist nicht nur ein finanzielles Thema, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Pro Helvetia, die Schweizer Kulturstiftung, unterstützt Projekte, die von nationaler und internationaler Bedeutung sind. Es gibt zahlreiche private Stiftungen, die ebenfalls dazu beitragen, das kulturelle Leben in der Schweiz zu bereichern. Anna Rink war ein Teil dieses Netzwerks, das Kultur als unverzichtbaren Bestandteil unseres Lebens betrachtet.
Ihr Verlust hinterlässt eine große Lücke. Doch die Erinnerungen an ihr Engagement und ihre Leidenschaft für die Gemeinschaft und die Kultur werden weiterleben – als Inspiration für kommende Generationen. Anna Rink, du wirst uns fehlen.