In der heutigen, digital geprägten Zeit ist die Frage nach der digitalen Infrastruktur nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche. Die Ostschweiz zeigt hier ein spannendes Bild, das von extremen Unterschieden beim Glasfaserausbau geprägt ist. Einige Regionen sind hervorragend ausgestattet, während andere wie ein digitales Entwicklungsland erscheinen. So hat Dozwil im Thurgau die Nase vorne mit einer beeindruckenden 100% Glasfaserabdeckung. Hier könnte man fast meinen, die digitale Zukunft sei bereits eingezogen. Doch in Untereggen, einem kleinen Ort im Kanton St. Gallen, sieht die Realität ganz anders aus: nur 3,4% der Gebäude sind an das Glasfasernetz angeschlossen. Ein gewaltiger Unterschied, der nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die wirtschaftlichen Chancen beeinflusst.

Schnelle Datenverbindungen sind für moderne Geschäftsmodelle, die Nutzung von Cloud-Anwendungen und das dezentrale Arbeiten unerlässlich. In diesem Kontext hat der LEADER-Check die Unterschiede zwischen den vier Ostschweizer Kantonen offenbart. Während St. Gallen mit einer Abdeckung von 99,7% in der Kantonshauptstadt glänzt, sind Orte wie Schänis (5,4%) oder Rüthi (4,9%) weit abgeschlagen. Diese Disparitäten zeigen deutlich, dass nicht nur die digitalen Möglichkeiten, sondern auch die wirtschaftliche Zukunft einer Region von einem gut ausgebauten Glasfasernetz abhängt.

Das große Ziel: Flächendeckendes Netz bis 2035

Ein flächendeckendes Glasfasernetz in der Schweiz bis zum Jahr 2035 ist das ambitionierte Ziel, das die Branche antreibt. Doch wie erreicht man das? Mit einem Förderprogramm, das bis zu 730 Millionen Franken für wirtschaftlich wenig attraktive Gebiete bereitstellt, soll der Ausbau vorangetrieben werden. Die Zahlen sind beeindruckend: Bis April 2026 soll die technische Abdeckung mit Glasfaser auf etwa 57% steigen. Aktuell liegt der Anteil der Glasfaser-Verträge in der Schweiz bei rund 32% aller Breitbandanschlüsse. Ein Anstieg, der auf die steigende Nachfrage und das Bewusstsein für die Notwendigkeit schneller Internetverbindungen zurückzuführen ist.

Die Herausforderungen sind jedoch groß. Historische Telekommunikationsstrukturen, topografische Gegebenheiten und hohe Investitionskosten bremsen den Ausbau. Auch regulatorische Maßnahmen sind erforderlich, um die Baukosten zu senken und die Ausbauprozesse zu vereinfachen. Der führende Netzbetreiber Swisscom investiert kräftig in den Glasfaserausbau und plant, das alte Kupfernetz bis 2035 abzuschalten. Das bedeutet, dass die Zukunft des Internets in der Schweiz auf den Schultern der Glasfaser-Technologie ruht.

Glasfaser: Ein Schritt in die Zukunft

Glasfaser, das bedeutet nicht nur schnelle Internetverbindungen, sondern auch eine Zukunft, die stabiler und leistungsfähiger ist. Die aktuellen Bandbreiten liegen zwischen 1 Gbps und 10 Gbps, was für viele Unternehmen und Haushalte den entscheidenden Unterschied macht. Im Vergleich zu anderen Ländern liegt die Schweiz beim Glasfaser-Anteil zwar unter dem OECD-Durchschnitt von 44,6%, doch die Ambitionen sind klar: 75 bis 80% der Haushalte sollen bis 2030 mit Glasfaser versorgt werden. Dabei zeigt sich, dass die Verfügbarkeit stark variiert – während städtische Zentren gut versorgt sind, kämpfen ländliche Regionen oft noch mit Versorgungslücken.

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Die digitale Transformation ist ein zentrales Thema, das uns alle betrifft, und der Glasfaserausbau spielt dabei eine Schlüsselrolle. Es braucht erhebliche Investitionen und Kooperationen zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden und Netzbetreibern, um die Schweizer Digitalstrategie voranzutreiben. Nur so können wir sicherstellen, dass auch in Zukunft kein Ort zurückgelassen wird und die digitale Kluft nicht weiter wächst. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die Weichen für eine vernetzte Zukunft zu stellen und die Chancen, die uns die Technologie bietet, voll auszuschöpfen.