Es gibt Geschichten, die uns berühren, weil sie einen ganz besonderen Blick auf die menschliche Existenz werfen. Eine solche Geschichte erzählt Catherine Lovey in ihrem neuen Roman „Geschichte vom Mann, der nicht sterben wollte“. Gerade diese Erzählung hat es geschafft, den Schweizer Literaturpreis 2025 zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht ein Geschäftsmann, der sich weigert, seine tödliche Krankheit zu akzeptieren, und die Nachbarin, die ihn auf diesem schweren Weg begleitet. Die Beziehung zwischen den Protagonisten, die zunächst von Distanz geprägt ist, entwickelt sich zu einer bemerkenswerten Nähe. Themen wie Schmerz, Sanftheit und die Schönheit des Lebens und Sterbens durchziehen das Werk und lassen uns tief in zwischenmenschliche Beziehungen eintauchen.

Kurz vor der weltweiten Virusausbreitung erkrankt Sándor, ein ungarischer Geschäftsmann und Nachbar der Erzählerin. Diese unerwartete Wendung führt zu einer Annäherung zwischen den beiden, trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswelten. Es ist faszinierend zu sehen, wie Lovey in ihren Werken die feinen Risse im Alltag thematisiert und existenzielle Fragen mit großer Zartheit offenlegt. Ihre Prosa ist präzise, poetisch und manchmal auch ironisch – eine Mischung, die das Lesen zu einem besonderen Erlebnis macht. Das Buch ist in der Edition Bücherlese ab 2026 auf Deutsch erhältlich, und die Übersetzung von Walter Pfäffli bringt Loveys einfühlsame Sprache auch ins Deutsche.

Veranstaltung im Thurgau

Am 28. Juni 2026 wird es eine besondere Veranstaltung im Thurgau geben, bei der wir die Gelegenheit haben, Walter Pfäffli bei der Lesung aus der deutschen Übersetzung zu lauschen. Moderiert von Ruth Gantert, wird die Veranstaltung in französischer und deutscher Sprache stattfinden. Diese zweisprachige Gestaltung macht die Veranstaltung besonders zugänglich und spannend für ein breites Publikum. Der Eintrittspreis von Fr. 15.- (ermäßigt für Legi und Kulturlegi Fr. 5.-) ist mehr als fair, wenn man bedenkt, welch ein literarisches Erlebnis uns erwartet.

Lovey, die 1967 in eine Bergbauernfamilie im Walliser Val d’Entremont geboren wurde, hat sich nicht nur als Romanautorin einen Namen gemacht. Ihre Studien in internationalen Beziehungen und Kriminologie, sowie ihre Tätigkeit als Wirtschafts- und Finanzjournalistin fließen in ihre Texte ein und verleihen ihnen eine besondere Tiefe. Werke wie „Monsieur et Madame Rivaz“ und „Un roman russe et drôle“ zeigen die Breite ihres Schaffens. Es ist kaum zu glauben, dass sie schon so viele beeindruckende Texte veröffentlicht hat!

Der Schweizer Literaturpreis

Der Schweizer Literaturpreis, den Lovey erhalten hat, wird jährlich vom Bundesamt für Kultur verliehen und würdigt Autorinnen und Autoren, die mit ihren literarischen Werken einen bedeutenden Beitrag zur Schweizer Literatur leisten. Die Teilnahmeberechtigung erstreckt sich auf Schweizerinnen und Schweizer sowie in der Schweiz wohnhafte Schriftsteller. Preisträger werden von der Eidgenössischen Jury für Literatur ausgewählt, und das Preisgeld von 25.000 Franken ist nicht nur eine wertvolle Anerkennung, sondern unterstützt auch die Bekanntmachung der Werke in der Schweiz und darüber hinaus.

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Diese Veranstaltung ist also nicht nur eine Hommage an Loveys Werk, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit für alle Literaturbegeisterten, sich in die faszinierende Welt der zeitgenössischen Literatur entführen zu lassen. Es bleibt zu hoffen, dass viele von uns die Chance ergreifen werden, sich in dieser literarischen Oase zu verlieren und den Abend mit interessanten Gesprächen und neuen Gedanken ausklingen zu lassen.