In der kleinen Gemeinde Wigoltingen im Thurgau lebte ein bemerkenswerter Mann: Ernst Salzmann, ein Tüftler und Erfinder, der sein ganzes Leben der Kreativität und dem Handwerk widmete. In seiner Jugend war Salzmann schwerhörig und wurde oft von seiner Familie unterschätzt. Doch das hielt ihn nicht davon ab, seine Träume zu verfolgen. Nachdem er in einer Spinnerei in Pfyn gearbeitet hatte, wechselte er zur Fleig Möbel AG, wo er bis zum Meister aufstieg. Nach seiner Pensionierung begann er, seine vielen Ideen und Erfindungen zum Leben zu erwecken.

Die besondere Würdigung seines Schaffens ist seit dem 19. April in einer Ausstellung am Kürziweg 2 in Wigoltingen zu besichtigen, die vom Museumsverein Wigoltingen und Jürg Weber organisiert wurde. Weber, ein Nachbar Salzmanns, erinnert sich an ihre erste Begegnung: Salzmann kam mit einem verletzten Daumen in seine Praxis. Seit 1985 waren die beiden Nachbarn und Weber erlebte hautnah, wie Salzmann ein Tor in den Gartenhag baute, um seine Familie zu besuchen. Bei Familienfesten der Weber-Familie war er stets ein willkommener Gast und testete seine selbstgebauten Spielautomaten mit den Kindern.

Ein Leben voller Erfindungen und Kunst

Salzmanns Erfindungen waren nicht nur Spielereien; sie waren Ausdruck seiner Kreativität. Zu seinen bekanntesten Werken zählen ein Schießspiel und ein Karussell mit selbstgebauten Figuren, die heute im Museum Wigoltingen ausgestellt sind. Für das jährliche Quartierfest entwickelte er originelle Apparate, die die Nachbarschaft erfreuten und zum Staunen brachten. Neben seiner Leidenschaft für technische Tüfteleien war Salzmann auch ein talentierter Maler. Seine präzisen Zeichnungen von Dorfbeizen und Landschaften führten zur Erstellung eines Kalenders in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein, der seine Kunstwerke präsentierte.

Salzmann war stets bescheiden und bezeichnete sich selbst nicht als Künstler, obwohl er für seine Arbeiten viel Anerkennung erhielt. Er schuf seine Apparate und Kunstwerke aus Freude und Neugier, nicht für Ruhm oder Geld. Kurz vor seinem Tod äußerte er den Wunsch nach einem Böller für den 1. August, der erfolgreich umgesetzt wurde. Jürg Weber, der Laudator der Vernissage, würdigte Salzmanns vielseitiges Leben und seine künstlerischen Fähigkeiten, indem er ihn mit bekannten Künstlern wie Ernst Kirchner, Picasso und Klee verglich.

Einblicke in die Ausstellung

Die aktuelle Ausstellung bietet einen tiefen Einblick in Salzmanns Leben und Werk. Neben seinen Bildern und Bleistiftzeichnungen von Wirtshäusern sind auch seine Spielapparate zu sehen. Die thematische Gestaltung der Ausstellung ermöglicht es den Besuchern, Verbindungen zu Wohnhäusern, dem Ort des Museums und den Menschen zu entdecken, die Salzmanns Leben prägten. Rund 50 Besucher waren bei der Vernissage anwesend, und Museumspräsident Walter Niederer äußerte sich positiv über das Interesse an der Ausstellung.

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Besonders hervorzuheben ist die Wiederherstellung eines originalen Schaukastens durch den Elektrospezialisten Gennaro Fallo, der dafür 50 Arbeitsstunden aufwendete. Die Ausstellung ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern thematisch strukturiert, was die Besucher dazu anregt, sich intensiver mit den verschiedenen Facetten von Salzmanns Schaffen auseinanderzusetzen. Weitere Besichtigungstermine sind am 26. April, 3. Mai und 10. Mai, jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Salzmann verstarb 2007 im Alter von 94 Jahren und hinterließ ein beeindruckendes Vermächtnis, das noch lange in Wigoltingen nachhallen wird. Für all jene, die mehr über die Bedeutung von Handwerkskunst und Erfindergeist erfahren möchten, ist ein Blick in die Ausstellung und die Verbindung zu Salzmanns Leben unverzichtbar. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Seite.