Heute ist der 1. Mai 2026, und während viele in der Schweiz den Tag der Arbeit in den eigenen vier Wänden oder bei einem kleinen Ausflug genießen, bleibt die kantonale Verwaltung im Thurgau geschlossen. Doch nicht alle können sich eine Auszeit gönnen: Im Departement für Bau und Umwelt (DBU) gibt es einige Amtsleiter, die auch an diesem Feiertag arbeiten müssen. Ein Blick auf die Hintergründe zeigt, dass es hier nicht nur um einen normalen Arbeitstag geht.
Innerhalb des letzten Jahres mussten bereits zwei Amtsleiter massive Überstunden abbauen, was die Frage aufwirft: Wo bleibt die Work-Life-Balance? Die Ratslinke sieht in dieser Situation ein Männerproblem, da bislang nur Männer von den Überstunden betroffen sind. Gewerkschaften fordern eine grundlegende Verbesserung der Arbeitsbedingungen beim Kanton als Arbeitgeber. Schließlich gibt es auch Bedenken, dass einige Angestellte aufgrund von Unstimmigkeiten oder verlockenderer Angebote aus Zürich die Verwaltung verlassen könnten.
Technologische Überwachung und Digitalisierung
In einem weiteren Schritt plant die Regierung, die Arbeitszeiten der Mitarbeitenden mit Smartwatches zu überwachen. Dies geht so weit, dass bei Überstunden der Chef anrufen soll und Erinnerungen verschickt werden, um die Angestellten rechtzeitig ins Bett zu schicken. Ein ambitionierter Plan, der jedoch die Frage aufwirft, inwieweit die Digitalisierung im Kanton bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine künstliche Intelligenz diese Aufgaben übernehmen könnte. Aktuell ist dies jedoch nicht der Fall, sodass ein externes Unternehmen beauftragt wurde, die Verwaltungsangestellten und Amtsleiter zu überwachen.
Die Situation im Thurgau ist ein Spiegelbild der Herausforderungen, vor denen viele öffentliche Verwaltungen heute stehen. Die Balance zwischen Effizienz und menschlichem Wohlbefinden ist entscheidend, und die kommenden Monate dürften zeigen, wie die Regierung auf die berechtigten Forderungen der Gewerkschaften reagiert. Es bleibt zu hoffen, dass der Kanton eine Lösung findet, die nicht nur die Produktivität steigert, sondern auch das Wohl seiner Mitarbeitenden in den Fokus rückt.