Am 30.04.2026 fand im Thurgau der mit Spannung erwartete Technologietag statt, der frische Ideen in die lokale Wirtschaft brachte. Unter dem Vorsitz von Daniel Wessner, Präsident des Thurgauer Technologieforums, wurde die Veranstaltung in Wängi feierlich eröffnet. Wessner hob die zentrale Rolle von Innovation hervor, die nicht nur für den langfristigen Erfolg, sondern auch für die Arbeitsplatzsicherung und den Wohlstand im Thurgau unerlässlich ist.
Regierungsrat Walter Schönholzer ergänzte, dass ständige Weiterentwicklung für die Unternehmen in der Region von entscheidender Bedeutung ist. An diesem Tag präsentierten elf Redner in spannenden Impulsreferaten konkrete Beispiele für gelebte Innovation. Unter ihnen war Lorenz Herrmann von der Empa, der neue Wege in der Chipherstellung mit Kohlenstoff-Nanostreifen vorstellte.
Innovative Ansätze aus der Region
Die Empa forscht auch an kostengünstigen Herstellungsmethoden aus Aluminiumoxid-Nanokeramik zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Neurodermitis. Zudem stellte das Schweizer Startup RoBoa, ein Spin-off der ETH Zürich, einen pneumatischen Schlangenroboter vor, der die Glasfaserverlegung ohne Grabungen ermöglicht. Mit einem cleveren „Growing“-Prinzip bewegt sich der Roboter durch enge Rohrleitungen und spart damit Zeit und Kosten. Dieses innovative Unternehmen wurde kürzlich mit dem Swiss Technology Award 2024 ausgezeichnet.
Ein weiteres Highlight des Tages war die Präsentation von Thomas De Martin, CEO der De Martin Group, der ein Patent für eine neue Beschichtung von Bremsscheiben für Fahrräder vorstellte. Diese Technologie senkt die Temperatur um 30 Prozent und verbessert die Dosierung der Bremskraft, was besonders für schwere E-Bikes und Lastenvelos von Vorteil ist.
Nachhaltige Entwicklung im Fokus
Die cross-ING Bodensee AG aus Kreuzlingen führte in Bürglen Funktionstests zur Wärmegewinnung aus Fliessgewässern durch. CEO Markus Baffy betonte den geringen Einfluss auf die Natur als ein zentrales Ziel des Projekts. Das Unternehmen hat bereits drei verschiedene Verdampfer zur Wärmegewinnung entwickelt, die vielversprechende Ergebnisse zeigen.
Die Veranstaltung bot nicht nur spannende Vorträge, sondern auch eine Innovationsmesse mit Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen, die der Austausch über die neuesten Technologien und Entwicklungen zum Ziel hatte.
Ein Blick über die Grenzen hinaus
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen im deutschen Start-up-Ökosystem zeigt sich, dass Innovation und kreative Lösungen auch im Ausland florieren. Im ersten Halbjahr 2024 stieg die Zahl der Neugründungen in Deutschland um 15 Prozent, was 1.384 neue Start-ups bedeutet. Besonders die Digitalisierung und die Green Economy stehen im Fokus, wobei 46 Prozent der neuen Start-ups in diesem Bereich aktiv sind. Die Bundesregierung hat zudem den Zukunftsfonds aufgelegt, der bis 2030 10 Milliarden Euro bereitstellt, um Wagniskapital zu mobilisieren.
Trotz der Herausforderungen, wie hohen bürokratischen Aufwänden und wirtschaftlicher Unsicherheit, gibt es Potenzial für Wachstum. Deutschland könnte seine Position als führender Start-up-Standort in Europa ausbauen, insbesondere durch politische Unterstützung und Zugang zu Kapital. Künstliche Intelligenz wird zunehmend als Motor für zukünftige Innovationen gesehen.
Insgesamt lässt sich sagen, dass der Thurgauer Technologietag nicht nur ein Spiegelbild regionaler Innovationskraft ist, sondern auch die Vernetzung mit überregionalen Trends und Entwicklungen fördert. Er zeigt, dass der Thurgau bereit ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und kreative Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung zu finden.