Heute, am 5. Mai 2026, wird im Thurgau nicht nur das frühlingshafte Wetter gefeiert, sondern auch ein ganz besonderes Jubiläum: Benevol Thurgau wird stolze 30 Jahre alt. Ein Grund mehr, um die Freiwilligenarbeit zu würdigen, die das Herzstück unserer Gesellschaft bildet. Wie ein gut geöltes Uhrwerk, so funktioniert die Zusammenarbeit der zahlreichen Engagierten und Helfenden, die in diesen drei Jahrzehnten ihre Zeit und Energie investiert haben.
Die Jubiläumsversammlung fand am 30. April in der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach statt, moderiert von Lukas Rösch. Ein passender Rahmen, um zurückzublicken und gleichzeitig nach vorne zu schauen. Conny David, die Geschäftsführerin von Benevol Thurgau, berichtete voller Stolz von 17 neuen Mitgliedern im Jahr 2025 und neun weiteren im Jahr 2026. Ein Zeichen, dass das Engagement in der Freiwilligenarbeit weiterhin floriert! Freiwillige werden hauptsächlich über Inserate in der Thurgauer Zeitung und die Plattform Benevol Jobs gewonnen, was zeigt, wie wichtig die Öffentlichkeitsarbeit ist.
Wertschätzung als Währung
Regierungsrat Urs Martin lobte die Fachstelle für Freiwilligenarbeit und deren Slogans, die den Wert der Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt rücken. „Wertschätzung und Anerkennung sind die wichtigste Währung in der Freiwilligenarbeit“, betonte er. Lukas Rösch beschreibt diese Arbeit als unbezahlbar, denn sie schenkt nicht nur Zeit, sondern auch Glück – ein Gefühl, das man nicht kaufen kann. Außerdem wurde das Benephone vorgestellt, eine Telefonkette, die den sozialen Zusammenhalt fördert.
Die Fachstelle für Freiwilligenarbeit Thurgau wurde 1996 gegründet, und Turi Schallenberg, der ehemalige Geschäftsführer von 2001 bis 2008, erinnerte sich an die anfänglichen Herausforderungen. Sabina Peter-Köstli, die von 2018 bis 2021 an der Spitze stand, sprach von Unsicherheiten hinsichtlich der finanziellen Unterstützung des Kantons. Diese Rückblicke zeigen, wie viel Mut und Überzeugungskraft notwendig waren, um das Fundament zu legen, auf dem Benevol heute steht.
Ein Blick in die Zukunft
Adelheid Hofstetter, die kürzlich aus dem Vorstand verabschiedet wurde, präsentierte die Rechnung, die einen Verlust von 3071 Franken aufweist. Das lässt einen schaudern, aber das Team bleibt optimistisch. Neu gewählt in den Vorstand sind Susanne Erndt und Günter Härtel, die frischen Wind in die Organisation bringen werden. Sibylle Freudweiler-Haab, Präsidentin von Benevol Schweiz, unterstützt Conny Davids Kandidatur für den Vorstand von Benevol Schweiz und unterstreicht den enormen Arbeitsaufwand, der in der Organisation steckt.
Für die kommenden Jahre stehen einige spannende Entwicklungen an. 2026 wurde zum UNO-Jahr der Freiwilligen erklärt, was die Aufmerksamkeit auf die wertvolle Arbeit der Engagierten lenken wird. Benevol fördert seit drei Jahrzehnten die Freiwilligenarbeit im Kanton Thurgau und setzt sich für deren Anerkennung ein. Die Onlineplattform von Benevol listet derzeit 81 Angebote für freiwilliges Engagement, darunter Mentoren für Jugendliche, Kochprojekte mit Geflüchteten und Seniorentheater. Diese Vielfalt zeigt, wie sehr Freiwilligenarbeit den intergenerationalen Austausch und die gesellschaftliche Solidarität fördert.
Ein Bericht des Kantons zeigt, dass 55 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2024 freiwillig engagiert waren. Das ist eine beeindruckende Zahl und spricht dafür, dass die Pandemie keinen nachhaltigen negativen Einfluss auf das Engagement hatte. Dennoch bleibt die Herausforderung, dass viele Menschen unter Zeitmangel leiden. Flexible Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf könnten hier Abhilfe schaffen. Die zentrale Rolle von Anerkennung und Wertschätzung bleibt dabei unbestritten.
In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt die Freiwilligenarbeit ein stabiler Anker. Sie verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und macht einen echten Unterschied. Das Jubiläum von Benevol Thurgau ist daher nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch eine Einladung an alle – sich zu engagieren, aktiv zu werden und die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.