Im Tessin, wo die Sonne die Natur in ein strahlendes Licht taucht, gibt es besorgniserregende Neuigkeiten für Landwirte und Gartenliebhaber: Der invasive Japankäfer (Popillia japonica) breitet sich aus. Erst 2025 wurde im Gebiet des Thunersee-Südufers um Spiez eine kleine Population des Schädling bestätigt. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft sind alarmierend, da der Käfer bekannt dafür ist, große Schäden anzurichten. Er frisst Blüten, Blätter und Früchte von über 400 Pflanzenarten, darunter Reben, Obst, Mais, Bohnen und Spargel. Die Larven leben im Boden und schädigen die Wurzeln von Gräsern, was zu absterbenden Wiesen und Rasenflächen führt.
Besonders betroffen sind die Gemeinden Wynau, Roggwil und Schwarzhäusern, die sich in der Pufferzone eines Befallsherds im Kanton Solothurn befinden. Walter Beer, zuständig für den Pflanzenschutz im Kanton Bern, erklärt, dass der Japankäfer vermutlich über Verkehrswege in die Schweiz gelangte. Einmal angekommen, kann sich der Käfer schnell ausbreiten und erhebliche Probleme für die Landwirtschaft, den Gartenbau und den Weinbau verursachen.
Der Japankäfer in Europa
Die erste Entdeckung des Japankäfers auf dem europäischen Festland fand 2014 in Italien (Lombardei) statt. Drei Jahre später, 2017, wurde er dann auch im Tessin nachgewiesen. Im Jahr 2024 gab es bereits Funde an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. In Deutschland ist der Käfer zwar bisher nicht etabliert, jedoch wurden im Juli 2025 Befallsgebiete in Freiburg und im August 2025 in Trebur (Südhessen) festgestellt. Hier wird angenommen, dass sich der Käfer angesiedelt und auf niedrigem Niveau vermehrt hat.
Die Bekämpfung des Japankäfers ist ein wichtiges Anliegen; sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz haben die zuständigen Pflanzenschutzdienste bereits Maßnahmen ergriffen. In Oberaargau ist das Entsorgen von Grüngut außerhalb der Pufferzone verboten. Das bedeutet, dass die Entsorgung über die Gemeinde erfolgen muss, um eine weitere Verbreitung des Käfers zu verhindern. Im befallenen Gebiet in Spiez gilt zudem ein Bewässerungsverbot im Sommer, auch für private Rasenflächen.
Praktische Schritte zur Bekämpfung
Wenn Sie einen Japankäfer entdecken, sollten Sie schnell handeln. Es wird empfohlen, Fotos von oben und von der Seite zu machen, den Käfer einzufangen und in einem dicht verschlossenen Behälter aufzubewahren. Anschließend sollte der Fund der Fachstelle für Pflanzenschutz gemeldet werden. Bei Verdacht auf einen Befall ist es wichtig, Datum und Fundort an den zuständigen Dienst zu melden. Verdächtige Käfer sollten zur Bestimmung übergeben werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Auch die Eier und Larven können sich durch Erde oder Substrat von Pflanzen in befallsfreie Gebiete verbreiten.
Die Bekämpfungsmaßnahmen umfassen den Einsatz von parasitischen Fadenwürmern, insektenpathogenen Pilzen und Folienabdeckungen in stark befallenen Gebieten. Synthetische Lockstoffe können mit Trichterfallen kombiniert werden, um Käfer zu fangen. Frühzeitige Entdeckungen sind entscheidend, um die Chancen auf eine schnelle Ausrottung zu erhöhen.
Die Bedrohung durch invasive Arten
Der Japankäfer steht exemplarisch für die Herausforderungen, die invasive Arten in der Landwirtschaft darstellen. Diese Tiere und Pflanzen sind oft gebietsfremd und können das ökologische Gleichgewicht stören. Die Globalisierung, der Handel und der Tourismus fördern die Ausbreitung solcher Arten. In Europa sind mehr als 14.000 gebietsfremde Arten bekannt, von denen 114 auf der Unionsliste invasiver Arten stehen. Der wirtschaftliche Schaden, den invasive Arten seit 1960 in der deutschen Land- und Forstwirtschaft verursacht haben, beläuft sich auf über 8 Milliarden Euro.
Die Bekämpfung invasiver Arten wie dem Japankäfer ist nicht nur eine Aufgabe für Behörden, sondern auch für jeden einzelnen von uns. Jeder kann dazu beitragen, die heimische Flora und Fauna zu schützen und die Ausbreitung solcher Schädlinge zu verhindern. Bleiben Sie wachsam und informieren Sie sich regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen in Ihrer Region. Gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern und unsere Landwirtschaft sowie die Umwelt schützen.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Artikel über den Japankäfer im Oberaargau, den Pflanzenschutz sowie die Biodiversität.