Im Herzen des Tessins wird in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Der Verein UNITAS, der 1946 auf Initiative von Tarcisio Bisi gegründet wurde, blickt auf stolze 80 Jahre zurück. Mit einer Auftaktkonferenz eröffnet UNITAS die Feierlichkeiten zu diesem bedeutenden Anlass. Der Verein hat sich von einer Selbsthilfeorganisation zu einem Kompetenzzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen in der italienischsprachigen Schweiz entwickelt. Präsident Fabio Casgnola hebt die Herausforderungen hervor, die der Verein bewältigen möchte, und skizziert eine strategische Vision, die auf vollständige Inklusion und Teilhabe abzielt.
Ein zentrales Anliegen von UNITAS ist die Stärkung der Beschäftigungsmöglichkeiten für blinde und sehbehinderte Menschen. Dabei wird großer Wert auf die Anpassung an die Bedürfnisse jüngerer Generationen gelegt, sowie auf den Einsatz moderner Technologie und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Die historische Rekonstruktion des Vereins, die durch ein Projekt von Fredy Franzoni, Franca Taddei und Mario Vicari realisiert wurde, dokumentiert die ersten 80 Jahre von UNITAS in Form einer Audioversion und Printpublikation. Eine Sonderausgabe von InfoUnitas bietet zudem eine Sammlung von Zeugnissen und Bildern, die die bewegte Geschichte des Vereins widerspiegeln.
Einblicke in die Zukunft
UNITAS plant, sein Angebot weiter auszubauen. So wird eine Studie in Zusammenarbeit mit der SUPSI durchgeführt, um die Nutzer der UNITAS-Dienstleistungen zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Studie werden im Herbst erwartet und sollen helfen, das Angebot optimal an die Bedürfnisse der Betroffenen anzupassen. Zudem wird ein neues Projekt mit dem Titel „Platz Wir sehen uns später“ ins Leben gerufen, das in Zusammenarbeit mit Radio Gwendalyn wöchentliche Radiosendungen zu Themen rund um die Sehbehinderung anbietet. Hierbei werden Geschichten und Musik in den Mittelpunkt gerückt, um einen gemeinsamen Raum für Austausch und Verständnis zu schaffen.
Besonders hervorgehoben wird auch das Open-Air-Konzert des Orchestra della Svizzera italiana, das am 27. August in Locarno stattfinden wird, sowie die Aktionen zum Internationalen Tag des Weißen Stocks am 15. Oktober, die darauf abzielen, die Vereinsaktivitäten einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Im Jahr 2026 ist der Verein zudem stolz darauf, zwei neue Angebote einzuführen: Jobberatung und digitale Kompetenzentwicklung, die blinden und sehbehinderten Menschen helfen sollen, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe
Inklusion ist mehr als ein Schlagwort – sie ist eine gesellschaftliche Pflicht. Die CBM (Christoffel-Blindenmission) setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsgebieten nicht nur als Randgruppe, sondern als Teil der Gesellschaft betrachtet werden. Ihre Bedürfnisse müssen in allen gesellschaftlichen Bereichen Berücksichtigung finden. Dies bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Chancen, Rechte und Pflichten haben sollten wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger. Die Herausforderungen sind vielfältig: Ob es darum geht, dass ein Mädchen mit Hörbehinderung eine Regelschule besuchen kann, oder dass öffentliche Einrichtungen barrierefrei gestaltet werden – es sind durchgängige Lösungen gefragt.
UNITAS zeigt, wie wichtig es ist, Inklusion aktiv zu leben und dabei die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Mit einem klaren Blick auf die Zukunft und einem unerschütterlichen Engagement für die Rechte von blinden und sehbehinderten Menschen, setzt der Verein Maßstäbe für eine inklusive Gesellschaft, in der jeder seinen Platz hat.