In Solothurn hat sich einiges getan – und das in rasantem Tempo. Kurt Fluri, bis dato Verwaltungsratspräsident der Solothurner Spitäler AG (soH), wurde abgesetzt. Er trat am Mittwochabend zurück, um einer formellen Absetzung zuvorzukommen, ohne jedoch die notwendigen Schritte einzuleiten. Am Freitagmorgen wurde er dann vom Regierungsrat in einer Universalversammlung abberufen. Ein ziemlich turbulenter Abgang, könnte man sagen!

Marcel Müller, der bereits Mitglied des Verwaltungsrats war, wurde als Nachfolger eingesetzt und wird bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung im April 2027 im Amt bleiben. Müller hat sich sogleich der Verantwortung für die Aufarbeitung der Fehler angenommen und die Einhaltung der Weisungen der Regierung zugesichert. Ein Schritt, der nicht nur notwendig, sondern auch dringend ist, denn die Missstände in der soH müssen endlich transparent angegangen werden.

Die Missstände und ihre Konsequenzen

Der Regierungsrat hat klare Weisungen erteilt: Unter anderem muss eine Rückforderung von 500’000 Franken vom ehemaligen CEO Martin Häusermann wegen unzulässiger Zulagen erfolgen. Zudem steht eine umfassende Überprüfung aller Funktions- und Marktwertzulagen an, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Es ist kein Geheimnis, dass viele dieser Zulagen fehlerhaft waren – ein echtes Chaos, das jetzt aufgeräumt werden muss.

Landammann Susanne Schaffner hat die Dringlichkeit der Situation betont und die Notwendigkeit hervorgehoben, die Ergebnisse der Untersuchungen offen zu legen. Fluri sah sich der Kritik ausgesetzt, die Missstände zu relativieren und keine klare Verantwortung zu übernehmen. Das hat wohl nicht nur zu seinem Rücktritt, sondern auch zu seiner Absetzung geführt. Die Mitteilung der soH, die diese Missstände relativierte, sorgte für zusätzliche Aufregung – sie stammte zwar vom Gesamtverwaltungsrat, aber nur Fluri musste die Konsequenzen tragen.

Der Weg nach vorne

Marcel Müller hat bereits eingeräumt, dass es an einem Austausch mit der Regierung gefehlt hat, um Unklarheiten zu klären. Das ist ein Punkt, den er ganz klar adressiert hat. Die Gespräche mit den anderen Verwaltungsratsmitgliedern zeigen, dass deren Haltung zu den erforderlichen Maßnahmen positiv war. Es wird spannend zu beobachten sein, wie Müller die Herausforderungen meistern wird und inwieweit er die notwendigen Veränderungen umsetzen kann.

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Die HR-Leitung der soH muss künftig vierteljährlich mit dem Personalamt des Kantons kommunizieren. Das ist eine Maßnahme, die dafür sorgen soll, dass solche Missstände nicht mehr so leicht entstehen können. Bei Nichteinhaltung wird der Kanton aktiv – ein klares Zeichen, dass die Regierung nicht einfach tatenlos zusehen wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die soH tatsächlich auf den richtigen Kurs kommt oder ob die alten Probleme wieder auftauchen.