Neuanfang in Solothurn: Marcel Müller übernimmt das Ruder der Solothurner Spitäler AG
Heute ist der 10.07.2026 und in Solothurn stehen die Zeichen auf Neuanfang. Die Solothurner Spitäler AG (soH) hat einen neuen Verwaltungsratspräsidenten: Marcel Müller übernimmt das Zepter, nachdem Kurt Fluri abrupt von seinem Posten zurückgetreten ist. Fluri sah sich wohl gezwungen, diesen Schritt zu gehen, um nicht einer Absetzung durch den Regierungsrat zuvorzukommen. Das Vertrauen in ihn war offenbar nicht mehr gegeben, und das wirft einen Schatten auf die gesamte Spitallandschaft.
Es war kein leichter Weg für die soH, die mit unrechtmäßigen Vergütungen zu kämpfen hat. Der Regierungsrat will schnellstmöglich wieder auf Kurs kommen. Müller, der langjährige Verwaltungsrat der soH, hat sich bereits zu den notwendigen Maßnahmen bekannt. Alle Mitglieder des Verwaltungsrats stehen hinter den geforderten Veränderungen, um die Probleme im Personalrecht anzugehen. Ein klarer Plan ist gefordert: Alle Zulagen müssen bis Ende Jahr auf ihre Rechtskonformität überprüft werden. Ein straffer Zeitplan, der zeigt, wie dringend die Situation ist.
Ein neuer Wind weht
Müller versicherte, dass alle Weisungen des Regierungsrates vollumfänglich umgesetzt werden. Der neue VR-Präsident ist optimistisch, dass das Team gemeinsam die Herausforderungen meistern kann. Dabei wird es nicht nur um die Überprüfung der Zulagen gehen; auch die Kontrolle über die soH soll entflechtet werden. Aktuell hat die Kantonale Finanzkontrolle eine Doppelrolle, was die Transparenz in der Verwaltung nicht gerade erhöht. Eine gründliche Analyse ist notwendig, denn Untersuchungen haben ergeben, dass der ehemalige CEO Martin Häusermann von 2014 bis 2024 über 500’000 Franken zu viel kassierte. Das sind keine kleinen Beträge!
Zudem wiesen mehr als 80 Prozent der untersuchten Funktions- und Marktwertzulagen Formfehler oder Auffälligkeiten auf. Da wird es Zeit, dass Klarheit geschaffen wird. Finanzdirektor Peter Hodel hat bereits angekündigt, dass das zu viel gezahlte Geld zurückgefordert wird, aber keine Rückforderungen beim Personal erfolgen. Ein gewisses Maß an Fairness muss schließlich auch für die Angestellten gelten.
Ein Blick in die Zukunft
Die soH ist nicht nur der größte Gesundheitsversorger im Kanton Solothurn, sondern auch ein wichtiger Arbeitgeber mit rund 4500 Mitarbeitenden, die nahezu alle medizinischen Fachbereiche abdecken. Vor diesem Hintergrund wird die KPMG-Studie, die zentrale Themen für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen analysiert, besonders spannend. Sie basiert auf Geschäftsberichten von 50 Schweizer Spitälern und bietet einen Einblick in die Zukunftserwartungen der Branche. Es bleibt abzuwarten, wie die soH in diesem komplexen Umfeld bestehen kann.
Die Herausforderungen sind groß, doch vielleicht bringt der frische Wind, den Müller und sein Team mitbringen, den notwendigen Schwung. Die Zeit wird zeigen, ob die soH die Wende schaffen kann. Hoffen wir, dass die Solothurner Spitäler bald wieder im besten Licht dastehen und ihren Mitarbeitenden sowie der Bevölkerung einen erstklassigen Service bieten können.
