In Solothurn, der charmanten Stadt, wo Geschichte und Moderne aufeinandertreffen, stehen seit zwei Jahren fünf mobile Ahornbäume auf dem Klosterplatz. Diese grünen Riesen sind nicht nur ein Blickfang, sondern auch eine geniale Antwort auf die zunehmende Hitze der urbanen Umgebung. Ja, ihr habt richtig gehört – mobile Bäume! Sie stehen in stabilen Stahltrögen, die bei Bedarf versetzt werden können. Das Ziel? Den Klosterplatz von einem Parkplatz in einen einladenden Aufenthalts- und Begegnungsort zu verwandeln. Und das Konzept scheint aufzugehen!

Die Stadt Solothurn sammelt derzeit praktische Erfahrungen mit diesen mobilen Bäumen, bevor sie die finale Gestaltung des Platzes entscheidet. Das Forschungsprojekt „Mobile Urban Green“ der Berner Fachhochschule untersucht unter anderem, wie viel Kühle Bäume wirklich spenden können. Und die Ergebnisse sind beeindruckend: Im Schatten der Bäume kann die gefühlte Temperatur um erstaunliche 13 bis 19 Grad sinken! Im Vergleich dazu kann der Asphalt auf versiegelten Flächen über 40 Grad erreichen. Ein schattiges Plätzchen unter einem Baum ist also nicht nur angenehm, sondern auch eine echte Erleichterung an heißen Sommertagen.

Die Technik hinter dem Schatten

Das Gartenbauunternehmen Bauer Baumschulen AG hat bei diesem innovativen Projekt seine Finger im Spiel. Sie bieten nicht nur die mobilen Bäume an, sondern haben auch intelligente Tröge entwickelt. Diese Tröge sind etwa 2×2 Meter groß und beherbergen ausgewachsene Bäume, die zwischen 7 und 10 Meter hoch sind. Ein integrierter Wassertank mit bis zu 800 Litern sorgt dafür, dass die Wurzeln stets mit Wasser versorgt sind – und das ganz clever über Kapillarmatten. Ein Sensor misst den Wasserstand, und die Infos werden über eine App bereitgestellt. So braucht man nur alle zwei Wochen nachzufüllen, was den Pflegeaufwand und die Kosten senkt.

Aber das ist noch nicht alles! Das System ermöglicht es auch, die optimale Bepflanzung basierend auf Datenmodellierung zu ermitteln. Dies ist besonders wichtig, da in städtischen Gebieten nicht überall Platz für Bäume ist – unterirdische Leitungen oder gar Tiefgaragen hindern oft an einer festen Pflanzung. Mit den mobilen Trögen sind die Bäume flexibel einsetzbar und können genau dort stehen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Und das ist nicht nur in Solothurn der Fall: MobileGreen, so der Name des Projekts, ist bereits bei 26 Kunden im Einsatz und hat sogar in Holland Fuß gefasst!

Ein globales Problem und lokale Lösungen

Doch warum all die Mühe? Der Klimawandel bringt auch in unseren Breiten mehr heiße Sommertage und Tropennächte. Die sogenannten „urbanen Hitzeinseln“ sind ein echtes Problem, besonders in dicht besiedelten Innenstädten. Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass der Schutz vor diesem Hitzeinseleffekt möglich ist. Wie? Durch mehr Grünflächen, neue Bäume und die Verbesserung des Schattens durch Sonnenschutzmaßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünungen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für das Wohlbefinden der Menschen, die in diesen Städten leben.

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Es ist klar, dass die Zeit der mobilen Bäume auf dem Klosterplatz begrenzt ist. Im Herbst wird entschieden, wie der Platz in Zukunft gestaltet werden soll. Bis dahin können die Solothurner und Besucher der Stadt die kühlende Wirkung der Bäume genießen, während die Stadtverwaltung ihre Erfahrungen nutzt, um den perfekten Platz für Begegnungen zu schaffen. Vielleicht wird dieser Platz bald ein beliebter Ort für Picknicks, Gespräche oder einfach zum Entspannen an heißen Sommertagen?