Hitzestress im Wasser: Forellen in Solothurn kämpfen ums Überleben
Im Kanton Solothurn ist die Hitze in diesem Sommer nicht nur für uns Menschen eine Herausforderung – auch die Fische spüren die Auswirkungen der hohen Temperaturen. Der Fluss Dünnern, der viertgrößte Fluss des Kantons, hat Wassertemperaturen von erschreckenden 30 Grad erreicht. Für Forellen, die schon bei 20 Grad ins Schwitzen geraten und ab 25 Grad ernsthafte Probleme bekommen, ist das eine untragbare Situation. Biologe Gabriel van der Veer von der Fachstelle Fischerei gibt zu bedenken: Die Forellen sind akut bedroht!
Die Trockenheit und die damit verbundenen sinkenden Wasserstände sind eine Bedrohung für den Lebensraum der Fische. Um dem entgegenzuwirken, hat der Kanton Solothurn erstmals ein Badeverbot für die meisten Flüsse und Bäche verhängt. Das Verbot gilt nicht nur für uns Menschen, sondern auch für Haustiere. Ausnahmen gibt es nur für große Flüsse wie die Aare, die Birs und die Emme. Die Bevölkerung hat diese Maßnahme größtenteils verständnisvoll aufgenommen, weshalb die einst beliebten Badeorte nun menschenleer sind.
Prekäre Lage für die Fische
Die Situation ist wirklich prekär. Van der Veer schildert, dass die Fische unter erhöhtem Stress leiden, nicht nur wegen der Hitze, sondern auch weil sie weniger Versteckmöglichkeiten finden. Vor etwa zehn Jahren wurde ein 600 Meter langer Abschnitt der Dünnern revitalisiert, doch leider wurden kaum Bäume am Ufer gepflanzt, die Schatten spenden könnten. In anderen Regionen der Schweiz gibt es bereits punktuelle Bade- und Fischereiverbote, und das nicht ohne Grund. Der Kanton Bern hat sogar 16.000 Fische aus austrocknenden Gewässern gerettet, während Solothurn nicht genügend Personal hat, um ähnliche Maßnahmen durchzuführen.
Die Prognose für die Forellenpopulation im Kanton Solothurn ist negativ, besonders wenn die Hitze und Trockenheit weiterhin anhalten. Die Geschichte der Äsche zeigt, wie extreme Wetterbedingungen langfristige Auswirkungen auf Fischpopulationen haben können. Komischerweise sind Gewitter angekündigt, aber der Regen wird voraussichtlich nicht ausreichen, um die Situation zu verbessern. Der Lebensraum der Fische muss dringend geschützt werden, und es sind langfristige Maßnahmen notwendig.
Langfristige Lösungen gefordert
Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, sind umfassende Anpassungsmaßnahmen erforderlich. Diese Maßnahmen sollen die Funktionalität der Gewässer aufrechterhalten und den Schutz von Flora und Fauna gewährleisten. Eine Möglichkeit wäre die Einrichtung von Schutzgebieten und die Renaturierung natürlicher Gewässer. Hierbei geht es darum, Lebensräume und Laichbedingungen für heimische Fischarten zu schaffen und die Wassertemperatur durch den Erhalt von Ufergehölzen zu begrenzen.
Die Vernetzung von Fließgewässern ist ebenfalls ein zentraler Punkt. Durch das Auflösen von künstlichen Staubereichen könnte die Wassertemperatur gesenkt werden. Zudem könnten Kaltwasserrefugien geschaffen werden, um den Fischen einen Rückzugsort zu bieten. Monitoring und Forschung müssen Hand in Hand gehen, um tragfähige Anpassungsstrategien zu entwickeln und die Klimafolgen sowie deren Auswirkungen auf die Binnenfischerei zu beobachten.
Ein weiteres Element sind Notfallmaßnahmen wie die Belüftung von Gewässern in heißen Phasen oder Notabfischungen, wenn akut Fortbestandsrisiken bestehen. Auch die Reduzierung stofflicher Belastungen aus der Landwirtschaft ist von großer Bedeutung, um den ökologischen Zustand der Gewässer zu verbessern. Es ist höchste Zeit, dass wir uns um die Gewässer kümmern und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Fische und ihren Lebensraum zu schützen.
