Lärm und Raser: Anwohner der Gempenstrasse fordern endlich Ruhe und Sicherheit
In der malerischen Umgebung des Solothurner Juras, wo die Gempenstrasse sich kurvenreich durch die Landschaft schlängelt, brodelt es gewaltig. Die «IG Respektvoll unterwegs Dorneckberg» hat sich gegründet, um dem anhaltenden Problem von Lärmbelästigung und gefährlicher Raserei an den Krümmungen dieser beliebten Strecke für Autofahrer und Motorradfahrer den Kampf anzusagen. Jacqueline Ehrsam und Lorenzo Vasella, die Initiatoren, sind sich einig: Es braucht dringend Maßnahmen, um die Sicherheit und Lebensqualität für alle Anwohner zu verbessern. Das Echo aus der Bevölkerung ist laut und klar – die Situation ist unhaltbar!
Die Gempenstrasse ist nicht nur ein Traum für Motorsportbegeisterte, sondern auch ein Hotspot für Unfälle. Jedes Jahr kommt es hier zu 7 bis 15 Zwischenfällen, und die Berichte über gefährliche Rasereien und Lärm sind an der Tagesordnung. Anwohner fühlen sich oft eingeschränkt in ihrer Lebensqualität und berichten von einem ständigen Gefühl der Unsicherheit. Komischerweise hat der Kanton Solothurn die generelle Geschwindigkeitsreduktion von 80 auf 60 km/h bisher abgelehnt. Stattdessen wurden vom Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) mehr als 50 Schilder aufgestellt, die jedoch, so die Kritik der IG, die Straße eher wie eine Rennstrecke erscheinen lassen.
Der Dialog ist gefragt
Die Initiatoren sind mit diesen Maßnahmen alles andere als zufrieden. Sie kritisieren, dass die Schilder die Aufmerksamkeit der Fahrer verringern und damit potenziell gefährlich sind. Michael Suter, der Abteilungsleiter Strassenbau beim AVT, sieht die Maßnahmen hingegen als Fortschritt in der Verkehrssicherheit. Erste Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeugen von einer positiven Wahrnehmung der neuen Bodenmarkierungen, aber das reicht nicht aus. Die IG hat proaktiv das Gespräch mit dem AVT gesucht, doch die Antwort war, dass die Gemeinden hier die Hauptakteure sind. Ein bisschen frustrierend, oder?
In der Zwischenzeit hat die Kantonspolizei Solothurn ein offenes Ohr für die Vorschläge der IG zur temporären Einführung von Tempo 60 gezeigt. Doch Suter sieht hierfür keine fachliche Grundlage – ein weiterer Dämpfer für die Hoffnungen der Anwohner. So bleibt den Bürgern nichts anderes übrig, als kreative Lösungen zu suchen. Eine Plakatkampagne zur Sensibilisierung von Töff- und Autofahrern ist bereits in Planung, und die IG hat sieben Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorgeschlagen. Der Antrag zur Umgestaltung des Treffpunkts «Dreieck» neben der Bushaltestelle Steinacker liegt ebenfalls auf dem Tisch.
Ein vielschichtiges Problem
Die Situation hat sich während der Corona-Pandemie noch verschärft, als die Strecke von immer mehr Menschen entdeckt wurde. Anwohner meiden nun an bestimmten Tagen die Straße aus Angst vor Unfällen. In einer Versammlung mit rund 50 Einwohnern wurde diskutiert, wie man das Bewusstsein für die Gefahren schärfen und verantwortungsvolles Verhalten fördern kann. Die Initiative „Wir Gempener“ setzt auf Dialog und diplomatische Ansätze, denn die früheren Einzelaktionen von Anwohnern – wie das Ausbremsen von Motorrädern – waren nicht nur riskant, sondern haben auch nicht die gewünschte Wirkung gezeigt.
Die Behörden scheinen jedoch mit ihren Lösungen in einem langsamen Tempo zu agieren. Geplante Signalisierungs- und Markierungsmaßnahmen sind für das Frühjahr 2026 in Aussicht gestellt, aber viele Anwohner empfinden das als zu zögerlich. Langfristige Forderungen der Initiative beinhalten effektivere Geschwindigkeitskontrollen und bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Es ist klar: Die Anwohner wünschen sich nicht nur ein schnelleres Handeln, sondern auch nachhaltige Lösungen.
Ein Blick auf die Verkehrslärmminderung
Die Lärmminderung ist ein komplexes Thema, das weit über die Gempenstrasse hinausgeht. Auch wenn technische Lösungen wie leisere Fahrzeuge oder lärmmindernde Fahrbahnbeläge wichtig sind, sind sie oft nicht ausreichend. Laut dem Umweltbundesamt erfordert die Minderung des Straßenverkehrslärms abgestimmte Einzelinstrumente – von der Verkehrsplanung bis hin zur Fahrzeugtechnik. Die Reduzierung der Geschwindigkeit ist eine einfache, aber effektive Methode, um den Lärm zu senken. Ein gesenktes Tempolimit könnte den Lärmpegel um 2-3 dB(A) reduzieren. Das sollte auch die Verantwortlichen zum Nachdenken anregen!
Die Anwohner der Gempenstrasse sind in einer Zwickmühle. Sie wollen Sicherheit und Ruhe, während die Leidenschaft vieler Fahrer für Geschwindigkeit und Freiheit unverändert bleibt. Ein Dialog zwischen beiden Seiten ist dringend nötig, um gemeinsam Lösungen zu finden, die sowohl die Lebensqualität der Anwohner respektieren als auch das Fahrvergnügen nicht völlig in den Hintergrund drängen. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein, um einen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Denn eines ist klar: Hier ist Handlungsbedarf!
