Ein Leben voller Glauben und Inspiration: Abschied von Dr. Agnell Rickenmann
Am Sonntag, den 19. Juli 2026, erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben von Dr. Agnell Rickenmann. Nach kurzer, aber schwerer Krankheit verstarb der ehemalige Pfarrer von Oberdorf im Alter von 63 Jahren. Ein Verlust, der viele Menschen berührt, die ihn als Geistlichen, Lehrer und Wegbegleiter kannten und schätzten.
Rickenmann, der von 2007 bis 2017 in Oberdorf als Pfarrer wirkte, war nicht nur in seiner Gemeinde aktiv, sondern prägte auch die Kirche auf nationaler Ebene als Domherr und Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). In dieser Rolle, die er von 2001 bis 2006 innehatte, zeigte er sich als maßgeblicher Akteur in der Neubelebung der Berufungspastoral in der Schweiz. Besonders erinnerlich bleibt das Jahr 2006 – das Jahr der kirchlichen Berufungen, in dem Rickenmann viele wichtige Initiativen ins Leben rief.
Ein Leben für den Glauben
Sein Werdegang ist beeindruckend: 1989 wurde er in Rom zum Priester geweiht, 1996 folgte die Promotion in Theologie. In der Zeit bis zu seinem Ruhestand sammelte Rickenmann viele Erfahrungen, die ihn nicht nur als Geistlichen, sondern auch als Hochschullehrer an den Universitäten Lugano, Luzern und der theologischen Schule Einsiedeln prägten. Seine Leidenschaft für die Mystik und die Kirchenväter und -mütter war stets spürbar und beeinflusste seine Lehre und sein Wirken.
Von 2011 bis 2017 war er zudem Pastoralpfarrer des Pastoralraumes Mittlerer Leberberg und Co-Dekan des Dekanats Solothurn. Rickenmann war ein Mann der Brücken – er pflegte den Dialog, unter anderem mit der Kommission für den Dialog mit den Muslimen, die er 2001 mit ins Leben rief. Auch in der Bioethik und der Prävention von sexuellen Übergriffen im kirchlichen Umfeld setzte er sich aktiv ein. Die Erinnerungen an seinen Dienst werden von den Mitgliedern der Bischofskonferenz dankbar bewahrt.
Der ruhige Rückzug und das Vermächtnis
Vor zwei Jahren zog sich Rickenmann auf den Wiesenberg zurück, lebte als Einsiedler und fand dort Ruhe und Ausgleich beim Bibelstudium, beim Wandern und Musizieren. Dennoch blieb er seiner Heimatgemeinde Oberdorf eng verbunden und wirkte am Buch „400 Jahre Wallfahrtskirche Maria Oberdorf 1615-2015“ mit. Sein Wirken und seine Weisheit werden im Gedächtnis der Menschen weiterleben, die von ihm inspiriert wurden.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. Juli, um 9:30 Uhr in der St. Ursen-Kathedrale in Solothurn statt, gefolgt von der Beisetzung auf dem Friedhof in Oberdorf. Ein Dreissigster wird am Sonntag, dem 30. August, um 11:00 Uhr in Oberdorf gefeiert. Seine Hinterlassenschaft ist nicht nur die kirchliche Arbeit, die er geleistet hat, sondern auch die Herzen der Menschen, die er berührt hat. Ein Mensch, der sich unermüdlich für den Glauben und die Ausbildung von zukünftigen Seelsorgern eingesetzt hat, wird vermisst werden.
