Heute ist der 5.05.2026 und in Solothurn, einer Stadt, die viel mehr zu bieten hat als nur hübsche Altstadtgassen, gibt es ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Die Grünen-Kantonsrätin Janine Eggs hat einen Vorstoß gemacht, der nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich erhebliche Wellen schlagen könnte: Sie fordert die Einführung eines kantonalen Monitorings zur Erfassung von sexualisierter Gewalt. Ein Thema, das zwar oft im Schatten steht, aber unbedingt ans Licht gehört.

Das Ziel dieses Monitorings wäre klar – es geht um die systematische Erfassung von Fällen, Formen, Tatpersonen, Anzeigen und sogar von eingestellten Verfahren. Eggs weist eindringlich darauf hin, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich erschreckend hoch ist. Häufig bleiben Vorfälle unbenannt, ungehört und vor allem ungestraft. Daten sind der Schlüssel, um das Problem zu bekämpfen. Doch die Regierung sieht das anders. Sie lehnt den Vorschlag ab und argumentiert, dass der Wissensgewinn als gering und der Aufwand als hoch eingeschätzt wird. Eine Sichtweise, die bei vielen auf Verwunderung stößt.

Politische Fronten verhärtet

Die Bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat unterstützt die Ablehnung entschieden. Bei einer Abstimmung fiel das Ergebnis mit 68 Nein- zu 25 Ja-Stimmen deutlich aus. Nur die Grünen und eine Mehrheit der SP zeigten sich solidarisch mit Eggs und ihrem Anliegen. Man könnte fast meinen, dass die politische Landschaft hier mehr mit sich selbst beschäftigt ist, als mit den realen Problemen der Bevölkerung. Und so bleibt die Frage: Warum wird ein solches Monitoring, das Licht ins Dunkel bringen könnte, nicht ernsthaft in Betracht gezogen?

Ab 2027 wird zwar ein jährlicher Bericht zur häuslichen Gewalt veröffentlicht, der vorhandene Daten sammelt, aber ist das wirklich genug? Ist es nicht gerade die Verantwortung der Politik, sich mit diesen sensiblen Themen aktiv auseinanderzusetzen? Schließlich sind es nicht nur Zahlen auf einem Papier, sondern Schicksale von Menschen, die oftmals in der Stille leiden. Wie viele Geschichten bleiben ungehört, weil es an belastbaren Daten fehlt, um eine umfassende Diskussion zu führen?

Ein Blick in die Zukunft

Die Diskussion um sexualisierte Gewalt ist nicht nur lokal relevant, sondern hat auch landesweite Dimensionen. Viele Regionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Es ist an der Zeit, dass die Stimmen der Betroffenen Gehör finden und die Politik endlich handelt. Ein Monitoring könnte nicht nur dazu beitragen, das Ausmaß des Problems zu erfassen, sondern auch Präventionsmaßnahmen und Hilfsangebote zielgerichteter zu entwickeln. Denn was nützen die besten Absichten, wenn sie nicht in Taten umgesetzt werden?

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In Solothurn, einer Stadt, die sich gerne als fortschrittlich zeigt, bleibt die Hoffnung, dass der Druck der Zivilgesellschaft und der betroffenen Gruppen irgendwann fruchtet. Vielleicht wird der Wind der Veränderung bald auch hier wehen. Aber bis dahin bleibt uns nur, aufmerksam zu sein und die Augen offen zu halten – für die Stimmen, die oft nicht gehört werden.