Heute ist der 30.04.2026 und wir blicken auf eine bemerkenswerte Persönlichkeit der Schweizer Volksmusik: Sepp Trütsch. Der 77-jährige gebürtige Schwyzer hat nicht nur als TV-Moderator, unter anderem bekannt durch Sendungen wie «Musig-Plausch» und «Fyraabig», große Erfolge gefeiert, sondern auch als Mitinitiator des «Grand Prix der Volksmusik». Geboren im Mai 1949, wuchs Trütsch in einem musikalischen Umfeld auf, sein Vater war Drämmler bei der Strassenbahn Schwyz. Obwohl er ursprünglich Pfarrer werden wollte, entschied er sich für eine Lehre als Drogist und fand schließlich seine Bestimmung im Rundfunk, wo er 1979 von Dirigenten Ruedi Marbacher entdeckt wurde.
Sepp Trütsch hat über 560 Sendungen in Radio und Fernsehen moderiert und damit einen wichtigen Beitrag zur Popularität der Volksmusik in der Schweiz geleistet. Der «Grand Prix der Volksmusik» erreichte 1986 mit 20 Millionen Zuschauern in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Höhepunkt. Nach seiner Karriere im Fernsehen übernahm er 2008 das Traditionshaus «Wysses Rössli» und organisiert seither volkstümliche Veranstaltungen sowie musikalische Kreuzfahrten. Trotz einer schweren Erkrankung im Jahr 2010, von der er sich erholte, hält sich Trütsch aktiv und fit, geht regelmäßig laufen und spielt Golf.
Das Eidgenössische Jodelfest 2026 in Basel
Ein besonderes Highlight für die Volksmusikszene steht bevor: Das Eidgenössische Jodelfest findet vom 26. bis 28. Juni 2026 in Basel statt, und Sepp Trütsch wird als Zuschauer dabei sein. Über 12.000 aktive Jodler und 200.000 Besucher werden erwartet, was das Fest zu einem der größten seiner Art macht. Historisch ist Basel ein bedeutender Ort für das Jodeln, war es doch auch der Austragungsort des ersten Eidgenössischen Jodlerfests im Jahr 1924. Der Festakt am Sonntagmorgen auf dem Basler Marktplatz verspricht ein musikalisches Highlight mit verschiedenen Darbietungen.
Das Budget für das Fest beträgt fünf Millionen Franken, und die Wertschöpfung für Basel-Stadt wird auf 15 bis 20 Millionen Franken geschätzt. Dies zeigt nicht nur die kulturelle Bedeutung des Jodelns, sondern auch seinen wirtschaftlichen Einfluss auf die Region.
Jodeln als UNESCO-Weltkulturerbe
Eine weitere erfreuliche Nachricht für die Jodler-Community: Jodeln wurde am 11. Dezember 2025 in die UNESCO-Liste für immaterielles Kulturerbe der Menschheit aufgenommen. Diese Entscheidung wurde von einem Ausschuss der UNESCO in Neu-Delhi getroffen und zielt darauf ab, das öffentliche Bewusstsein für Kunst, Handwerk, Rituale, Wissen und Traditionen zu stärken. Jodeln, ein gesanglicher Stil ohne Text, der zwischen tiefer Brust- und hoher Falsettstimme wechselt, hat seine Wurzeln in der Kommunikation von Hirten auf weit entfernten Bergweiden und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.
In der Schweiz gibt es rund 12.000 aktive Jodler im Eidgenössischen Jodlerverband, der klare Regeln für Wettbewerbe festgelegt hat. Auch moderne Strömungen, die Jodeln mit verschiedenen Musikstilen wie Blues, Jazz, Techno, Rock und Rap kombinieren, zeigen, dass dieser traditionelle Gesang lebendig und anpassungsfähig bleibt. Die Hochschule Luzern bietet sogar einen Masterabschluss im Jodeln an, was die Relevanz und den Respekt für diese Kunstform unterstreicht.
Sepp Trütsch und das bevorstehende Eidgenössische Jodelfest sind somit nicht nur ein Zeichen für die Lebendigkeit der Volksmusik in der Schweiz, sondern auch für die kulturelle Vielfalt und die Entwicklung des Jodelns als Teil unseres Erbes. Lassen Sie uns gemeinsam der Tradition huldigen und die Vorfreude auf das Fest in Basel genießen!