Im Herzen von Schwyz führt Melanie Pfyl ihren Landwirtschaftsbetrieb Laschmatt. Ein Nebenerwerbsbetrieb, der seit 2022 ganz in ihrem und Urs Gwerders Händen liegt. Es ist eine Geschichte, die mit Kindheitsträumen und einem tragischen Schicksalsschlag begann. Als Kind war Melanie von Tieren begeistert, doch die Übernahme des Hofes schien fern. Bis 2011 – der Unfall ihres Bruders katapultierte die Familie in eine neue Realität. Plötzlich wurde der Hof zur zentralen Frage der Zukunft, als der Vater kurz vor der Pensionierung Pachtland anbot.
Heute kümmern sich Melanie und ihr Partner um zehn Mutterkühe mit Kälbern, einen geleasten Stier und rund 50 Mutterschafe. Im Sommer weiden die Tiere in der Glattalpregion, während sie im Frühjahr und Herbst auf fremden Parzellen unterwegs sind. Trotz bescheidener Umsatzzahlen sieht sie die Zukunft ihres Betriebs optimistisch. Externe Lohneinkommen sind für die finanzielle Stabilität unerlässlich. „Es ist nicht immer einfach“, sagt Melanie, „aber der Betrieb ist ein zentraler Punkt in meinem Leben und bietet Lebensqualität.“ Wenn sie nicht gerade die Tiere versorgt, findet sie Entspannung bei Serienabenden oder beim Kontrollieren der Weidetiere.
Die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft
In einer Zeit, in der die Distanz der Bevölkerung zur Landwirtschaft immer mehr wächst, spürt Melanie die Herausforderungen, die mit der Nachbarschaft und Neuzuzügern verbunden sind. Obwohl es kaum Konflikte mit den Nachbarn gibt, gibt es dennoch Probleme mit den neuen Bewohnern, die mit dem ländlichen Leben nicht vertraut sind. Um sich abzusichern, hat die Familie notariell festgehalten, dass keine Immissionsklagen von einem neuen Wohnquartier möglich sind. Ein kluger Schritt! Denn in der heutigen Zeit, in der landwirtschaftliche Betriebe oft von großen Agrarunternehmen bedrängt werden, ist jede Sicherung ein kleiner Sieg.
Die Landwirtschaft ist mehr als nur ein Beruf – sie ist eine Lebensweise. Der Strukturwandel und die Herausforderungen, die mit der modernen Landwirtschaft einhergehen, sind nicht zu unterschätzen. Immerhin arbeiten nur 1,3% der Beschäftigten direkt in der Landwirtschaft, und viele Betriebe, wie der von Melanie, sind im Nebenerwerb. Diese Mischform ist entscheidend, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ein Nebenerwerb muss den Hauptbetrieb fördern und ergänzen, und bei Melanie ist das der Fall. Denn die Verarbeitung eigener Erzeugnisse, auch wenn sie nur einen Teil des Einkommens ausmacht, bleibt landwirtschaftlich und ist ein Grundpfeiler für die Existenz.
Die Träume einer Landwirtin
Trotz aller Herausforderungen träumt Melanie von den Weiten Kanadas. „Ich würde gerne die Natur dort erleben“, sagt sie und man merkt ihr die Sehnsucht an. Vielleicht ist es der Drang nach Freiheit, den das Landleben nicht immer erfüllt. Aber auch die kleinen Freuden – die Kontrolle der Weidetiere, die frische Luft und der Kontakt zur Natur sind unbezahlbar. Sie liebt es, ihren Alltag mit einem Lächeln zu bestreiten, auch wenn der wirtschaftliche Druck ständig im Nacken sitzt.
Die Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Kleine, familiengeführte Betriebe werden oft von größeren Unternehmen verdrängt. Der Rückgang der Höfe ist alarmierend, und der Druck auf die verbleibenden Betriebe steigt. Doch Melanie und Urs zeigen, dass es auch anders geht. Ihr Nebenerwerbsbetrieb ist nicht nur ein Job – es ist ein Stück Heimat und ein Teil ihrer Identität. Solange sie mit Leidenschaft und Hingabe arbeiten, bleibt der Traum von einer blühenden Zukunft lebendig.