Heute ist der 18.05.2026, und wir blicken auf die turbulente Situation an den Schulen der Schweiz, insbesondere im Kanton Schwyz. Hier ist die Mathematik nicht nur ein Fach, sondern ein echtes Schlachtfeld. Daniela Grawehr, eine engagierte Gymnasiallehrerin an der Kantonsschule Kollegium Schwyz, bringt die Lage auf den Punkt: „Wir Mathematiklehrer spüren Druck.“ Dieser Druck, so scheint es, wird nicht nur von den Schülern, sondern auch von der Schulleitung und dem Bildungsdepartement ausgeübt. Im speziellen Fall des Lehrers S. wird ihm vorgeworfen, sein Unterricht sei „überstreng“ und „nicht stufengerecht“. Die Aufregung ist groß, und das nicht ohne Grund.
Ein Gutachten der ETH kommt zu einem anderen Schluss – basierend auf einer Heftanalyse. Grawehr kritisiert jedoch, dass eine vollständige Beurteilung des Unterrichts nicht allein durch Heftanalysen möglich ist. Oft beurteilen Schüler den Unterricht nach ihrem eigenen Verständnis und ihrer Motivation, was die Sache noch komplizierter macht. In Fächern wie Mathematik, Chemie und Französisch sind ungenügende Noten keine Seltenheit. Lehrer stehen vor der Herausforderung, dass einige Gymnasien verlangen, der Notendurchschnitt bei Prüfungen müsse zwischen 4,2 und 4,7 liegen. Das klingt nach einem strengen Korsett, das Grawehr als unsinnig empfindet. Noten sollten schließlich das Ergebnis des Unterrichts und der Vorbereitung der Schüler widerspiegeln.
Der Druck auf die Lehrer
Die Deutschschweizerische Mathematik-Kommission hat die 19-Punkte-Regelung ins Spiel gebracht. Diese besagt, dass die Maturität nur bestanden wird, wenn die Summe der fünf schlechtesten Noten mindestens 19 beträgt. Ein Versuch, den Druck auf die Schüler und Lehrer zu verringern. Grawehr ist überzeugt, dass diese Regel den Druck auf Mathematiklehrer tatsächlich mindern könnte. Doch währenddessen kämpfen viele Schüler mit den Herausforderungen der Mathematik – und das, obwohl sie mit ernsthaftem Bemühen durchaus gute Noten erreichen könnten. Es ist ein Teufelskreis: Mathematik wird innerlich abgewählt, ungenügende Noten schwirren durch die Klassenräume, während andere Fächer die Lücken füllen.
Komischerweise findet Grawehr, dass es auch Schüler gibt, die Mathematik spannend finden. Doch die Gewichtung der Maturaarbeit im Vergleich zum Mathematikunterricht bringt sie zum Schmunzeln. Sie glaubt, dass Lehrer S. weniger Ärger hätte haben können, wenn er weniger strenge Noten vergeben hätte, aber gleichzeitig betont sie, dass er an seinem Anspruchsniveau festhält. Der Spagat zwischen den Erwartungen und dem realen Leistungsniveau der Schüler wird immer herausfordernder.
Ein Blick über den Tellerrand
Man fragt sich, wie es um die allgemeine Feedback-Kultur an Schulen bestellt ist. Ein Interview mit Sven Teuber und Professor Zierer wirft ein Licht auf diese Thematik. Teuber erinnert sich an seine eigene Schulzeit, in der er in der neunten Klasse sitzen geblieben ist. In der achten Klasse gab es bereits Anzeichen für seine Schwierigkeiten, und ein „blauer Brief“ ließ nicht lange auf sich warten. Verunsichert durch die Situation, vermisste er eine unterstützende Feedback-Kultur, die ihm bei der Leistungsverbesserung hätte helfen können. Das Fehlen solcher Kulturen ist ein Thema, das immer wieder in der Diskussion auftaucht.
Es ist eine spannende Zeit für die Schulen in der Schweiz. Der Druck auf Lehrer und Schüler ist ein Thema, das nicht nur in Schwyz, sondern landesweit diskutiert wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden – und ob die Stimmen von Lehrern wie Daniela Grawehr Gehör finden in der Bildungslandschaft.