Heute, am 12. Juni 2026, öffnete in Sarnen ein ganz besonderer Ort seine Türen: das PINK CUBE, ein pinkes ärztliches Beratungszimmer, das sich der Aufklärung über Brustkrebs verschrieben hat. Hier wird nicht nur informiert, sondern auch geholfen. Jedes Mal, wenn die Uhr sechs schlägt, stirbt in der Schweiz eine Frau an Brustkrebs. Das ist eine erschreckende Zahl und zeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen sind. PINK CUBE hat das Ziel, diese Zahl zu reduzieren.
Bei der Eröffnungsfeier waren prominente Gäste wie Hubert Schumacher, der Kantonsratspräsident von Obwalden, und Eva Morger, die Kantonsrätin, anwesend. Karin Mayer, die Fachverantwortliche für Gesundheitsförderung, und weitere Vertreter aus der Politik und dem Gesundheitswesen zeigten sich ebenfalls engagiert. Es war ein Zeichen der Solidarität und des gemeinsamen Willens, Frauen in der Schweiz über Brustkrebs zu informieren und die Wichtigkeit der Früherkennung in den Vordergrund zu rücken.
Brustkrebs – Ein weit verbreitetes Problem
Jährlich erkranken rund 6’800 Frauen und 60 Männer neu an Brustkrebs. Das sind alarmierende Zahlen, die uns alle betreffen sollten. Die Früherkennung ist hier ein entscheidender Faktor. Mit einer Mammografie können die Heilungschancen erheblich gesteigert werden, und viele Frauen sind nach der Diagnose besser dran, als man denkt. In der Schweiz werden 83 Prozent der Brustkrebsfälle in frühen Stadien entdeckt, was für die Betroffenen oft den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeutet.
Doch nicht jeder Kanton hat die gleichen Möglichkeiten. Während 16 Kantone systematische, franchisebefreite Mammografie-Screening-Programme anbieten, fehlt ein solches Programm im Kanton Obwalden. Hier wurde eine Motion zur Einführung eines Mammografie-Screenings in ein Postulat umgewandelt, das die Regierung nicht zur Umsetzung verpflichtet. Das ist ein echter Wermutstropfen, denn die Teilnahme an organisierten Screening-Programmen rettet Leben. Ein Blick nach Luzern zeigt, dass sie 2026 ein solches Programm einführen, und auch Schwyz, Uri und Zug planen ähnliche Schritte.
PINK CUBE – Ein Ort der Hoffnung
Das PINK CUBE in Sarnen bietet nicht nur kostenlose Beratungen, sondern auch Tastuntersuchungen an. Es ist bis 17 Uhr geöffnet und hat sich der Brustkrebsprävention und Früherkennung verschrieben. Hier bekommen Frauen Informationen über Risikofaktoren und die Mammografie, die wichtigste Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten der Mammografie, und der Selbstbehalt beträgt maximal 20 Franken. Ein klarer Anreiz, sich untersuchen zu lassen!
Die Schirmherrschaft des Projekts liegt in den Händen von EUROPA DONNA Schweiz und der Krebsliga Schweiz. Unterstützt wird die Initiative von namhaften Sponsoren wie MSD, Roche, AstraZeneca und Novartis. Ein beeindruckendes Netzwerk, das zeigt, wie wichtig die Sache ist.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Fast die Hälfte der Brustkrebsdiagnosen erfolgt über Symptome, während 45 Prozent durch Früherkennungsuntersuchungen festgestellt werden. Innerhalb organisierter Screeningprogramme liegt die Rate für frühe Diagnosen sogar bei 64 Prozent. Das sind die Momente, in denen man als Gesellschaft zusammenstehen muss, um den Kampf gegen diese Krankheit zu gewinnen.
Brustkrebs ist nach Prostatakrebs die zweithäufigste Krebserkrankung in der Schweiz. Die Sterblichkeitsrate ist jedoch vergleichsweise niedrig: Jährlich sterben rund 1350 Personen an Brustkrebs. Ein Jahr nach der Diagnose leben 98 Prozent der Betroffenen, und die Rückfallquote im ersten Jahr liegt bei nur 1 Prozent. Das sind ermutigende Nachrichten und zeigen, dass Prävention und Früherkennung eine entscheidende Rolle spielen.
PINK CUBE ist ein Lichtblick in dieser Thematik. Es ist ein Ort, an dem Frauen ermutigt werden, über ihre Gesundheit zu sprechen und sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir die Dunkelheit, die Brustkrebs mit sich bringt, ein Stück weit erhellen.