Heute ist der 27.05.2026 und im Jura tut sich was! Das Projekt «Wisent im Thal» ist in vollem Gange und bringt frischen Wind in die Region. Die Rückkehr des Wisents als Wildtier wird momentan gründlich geprüft. Wer hätte gedacht, dass diese majestätischen Tiere, die einst durch die Wälder streiften, vielleicht bald wieder Teil unserer Natur sein könnten? Seit 2022 läuft die Gehegephase mit einer Testherde, um das Verhalten und die Auswirkungen der Tiere zu studieren. Die Vorfreude ist spürbar! Die nächste Phase, die «Halbfreiheit», wird bereits vorbereitet. Ein zusammenhängendes Gebiet von rund 6,4 km² steht dank der Unterstützung der Bürgergemeinde Solothurn sowie den Landwirten Benjamin und Theres Brunner zur Verfügung.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Im Sommer soll ein Gesuch bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. Interessanterweise haben die Bürgergemeinde Welschenrohr und die Gemeinde Herbetswil keine Flächen für die nächste Projektphase bereitgestellt. Dennoch sieht der Verein die Pläne nicht als beeinträchtigt an. Im Gegenteil: Es gibt eine hohe Akzeptanz und reges Interesse in der Bevölkerung für das Projekt. Das ist fast schon erfreulich, oder? Der Verein möchte den Dialog mit den Anwohnern intensivieren und hat sogar das Projektteam personell verstärkt – Matthias Muff, ein Wisent-Guide, wurde eingestellt. Muff bringt nicht nur frischen Wind, sondern auch Fachwissen mit: Er studiert Umwelt- und Ressourcenmanagement mit einem Fokus auf nachhaltige Land- und Wassernutzung.

Ein Blick über die Grenzen hinweg

Doch was passiert eigentlich außerhalb der Schweizer Grenzen? In Deutschland gibt es eine ähnliche Debatte um den Wisent. Klaus Hackländer, ein Wildtierbiologe und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, äußert moralische Bedenken zur Beendigung eines Wisent-Experiments in Deutschland. Er fragt sich, wie es sein kann, dass große Pflanzenfresser in Deutschland auf kleiner Fläche toleriert werden sollen, während von afrikanischen Ländern erwartet wird, dass sie Schäden durch Elefanten dulden. Das wirft schon Fragen auf, oder? Im Frühjahr 2022 haben die Deutsche Wildtier Stiftung, der Zoo Köln und der Trägerverein des Projektes sogar eine Wisent-Allianz ins Leben gerufen, um das Projektmanagement zu professionalisieren und die Bedeutung des Projektes für den Artenschutz hervorzuheben. Ein Schritt in die richtige Richtung – für den Wisent und für die Natur insgesamt.

Zurück im Jura wird der Schlussbericht zur Gehegephase basierend auf wissenschaftlichen Untersuchungen erstellt. Die Veröffentlichung ist für den Sommer geplant und es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Das Testgelände, das der Bürgergemeinde Solothurn sowie den Landwirten und Wisent-Rangern gehört, ist nicht nur eingezäunt und wird land- und forstwirtschaftlich genutzt, sondern steht auch der Öffentlichkeit offen. Das ist eine schöne Gelegenheit für alle Naturbegeisterten, die einmalige Flora und Fauna hautnah zu erleben.

Es bleibt abzuwarten, wie die nächsten Schritte in der Rückkehr des Wisents im Jura aussehen werden. Die Vorfreude auf das, was da kommt, wächst mit jedem Tag. Es ist nicht nur ein Projekt für die Rückkehr eines Tieres, sondern ein spannendes Kapitel in der Geschichte des Artenschutzes. Man darf gespannt sein, wie die Menschen und die Natur in Zukunft miteinander leben werden – und vielleicht wird der Wisent bald wieder ein vertrauter Anblick in unseren Wäldern sein.

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