In der reformierten Kirchenszene brodelt es – und das nicht nur aus einem Grund. Die Mehrheit der reformierten Konkordatskirchen hat sich für einen Notfallplan ausgesprochen, um dem drohenden Pfarrmangel entgegenzuwirken. Ja, das Thema ist brisant, gerade jetzt, wo die Anzahl der Kirchenaustritte auf Rekordniveau steigt. Das lässt die Verantwortlichen nicht kalt, und so wird der „Plan P“ immer konkreter. Es geht darum, älteren Akademikerinnen und Akademikern den Zugang zum Pfarrdienst zu erleichtern. Ein Schritt, der wohl mehr als nötig ist!
Der Notfallplan sieht vor, dass Akademiker über 55 Jahren ein Aufnahmeverfahren durchlaufen und ein Semester Theologie studieren, bevor sie pfarramtliche Aufgaben übernehmen können. Das Studium läuft berufsbegleitend über etwa drei Semester – also eine ganz schöne Herausforderung! Insgesamt müssen dafür 60 ECTS-Punkte erworben werden. Die ersten Pfarrvikare sollen voraussichtlich erst 2028 ihren Dienst antreten. Man fragt sich schon, ob das nicht ein bisschen spät ist, oder? Die Konkordatskirchen müssen zudem ihre Personalreglemente überarbeiten, um eine rechtliche Grundlage für die Anstellung dieser Pfarrvikare zu schaffen.
Ein heikles Unterfangen
Ein Punkt, der noch nicht ganz klar ist, betrifft die Dauer der erfolglosen Suche nach einem Pfarrvikar und die Besetzung von Vakanzzeiten. Anwärter müssen sich sicher sein, dass sie als Pfarrvikar angestellt werden, bevor sie ihren aktuellen Job hinschmeißen. Das klingt nach einem ziemlichen Dilemma. Außerdem gibt es keine Pflicht zur Anstellung von Pfarrvikaren, was bedeutet, dass einige Kirchen eigene Lösungen planen – und das könnte politisch heikel werden.
Die Dringlichkeit ist unübersehbar. Thomas Schaufelberger, zuständig für die Ausbildung von Pfarrpersonen in der Deutschschweiz (außer Bern-Jura-Solothurn), bezeichnet die neue Regelung als Notlösung. Und während die Babyboomer in den Ruhestand gehen, fehlen in den nächsten Jahren ganze 300 Pfarrerinnen und Pfarrer. Das ist schon eine Hausnummer. Ein neues Konzept sieht sogar vor, dass eine dreimonatige Ausbildung ausreicht, um eine Pfarrstelle anzutreten. Ja, das klingt fast zu einfach, oder? Die Aufgaben sind jedenfalls klar: Predigen, Seelsorge, Konfirmationsunterricht – das volle Programm!
Wie sieht die Zukunft aus?
Einige Kritiker äußern Bedenken, insbesondere hinsichtlich des Bibelwissens neuer Pfarrpersonen. Hansjakob Schibler, Vize des Pfarrvereins, betont die Notwendigkeit eines fundierten Wissens. In der Romandie dürfen Personen mit sozialer Ausbildung bereits Aufgaben von Pfarrpersonen übernehmen – ein spannender Ansatz! Doch das Quest Netzwerk hat seine eigenen Bedenken: Sie fürchten, dass die Schnellausbildung das Quereinsteigerstudium untergräbt. Schaufelberger wiederum versichert, dass „Plan P“ keine Konkurrenz darstellt, da er sich an eine spezielle Zielgruppe richtet.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Derzeit läuft die Vernehmlassung, und die Entscheidung der reformierten Landeskirchen des Ausbildungskonkordats steht noch aus. Die Unsicherheit bleibt also. Sicher ist nur, dass die reformierten Kirchen dringend nach Lösungen suchen müssen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Und das in einer Zeit, in der der Glaube und die Gemeinschaft mehr denn je gefragt sind.