Heute ist der 20. Mai 2026, und der Kanton Graubünden präsentiert sein neues Gesundheitsleitbild für die kommenden zehn Jahre. Ein Thema, das aufhorchen lässt: die Geburtshilfe. In einer Zeit, in der viele Regionen mit Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung kämpfen, sieht man im Kanton Handlungsbedarf. Die Empfehlung zur Schließung der Geburtshilfe in den Spitälern Ilanz und Davos sorgt für Aufregung. Künftig sollen Geburtenabteilungen nur noch in Chur, Schiers, Samedan und Scuol angeboten werden. Das klingt nach einem massiven Umbruch!

Doch was steckt hinter dieser Entscheidung? Einerseits gibt es in Davos saisonale Schwankungen in der Spitalauslastung – gut, wenn die Schneesaison boomt, aber was ist im Sommer? Andererseits wird auch die 24-Stunden-Chirurgie in Ilanz eingestellt, was die Schließung der Geburtshilfe nach sich ziehen würde. Der Kanton plant, die neue Spitalliste im Jahr 2028 in Kraft zu setzen, und möchte dabei mehr Einfluss auf die Gestaltung der Gesundheitsversorgung haben.

Strategische Ziele und Herausforderungen

Das Gesundheitsleitbild definiert fünf strategische Ziele und eine Reihe von Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen – von Kantons- bis Gemeindepolitik. Insgesamt schätzt man die zusätzlichen Kosten für die Umsetzung dieser Maßnahmen auf zwischen 10 und 20 Millionen Franken pro Jahr. Und das ist noch nicht alles: Für die digitale Transformation werden über zehn Jahre hinweg 100 Millionen Franken eingeplant, um die Datenverfügbarkeit zu verbessern und die Papieradministration zu reduzieren. Ein gewaltiger Aufwand, der sich aber lohnen soll!

Ein Kernteam unter der Leitung von Marion Thalmann ist damit beschäftigt, das neue Leitbild zu entwickeln, und das bis Frühjahr 2026. Die Themenschwerpunkte sind klar umrissen: Geburtshilfe, Notfall und Rettung. Klar ist auch, dass die Gesundheitsversorgung in Graubünden saisonalen Schwankungen unterliegt. Zwischen 200.000 und 400.000 Personen halten sich je nach Jahreszeit im Kanton auf. Das stellt die Organisation der Grundversorgung vor große Herausforderungen.

  • Preisgestaltung für eine dezentrale Gesundheitsversorgung
  • Attraktivität des Arbeitsfeldes für Fachkräfte
  • Koordination der verschiedenen Dienstleistungen

Die Verantwortung für die dezentrale Gesundheitsversorgung liegt bei den Gesundheitsversorgungsregionen, was bedeutet, dass Gemeinden aktiv in die Planung und Umsetzung eingebunden sind. Hier kommen verschiedene Leistungserbringende ins Spiel: Spitäler, psychiatrische Dienste, Rehabilitationsinstitutionen, Pflegeheime und nicht zu vergessen die Hausärzte, Hebammen und Physiotherapeuten. Ein wahres Netzwerk, das für die Gesundheit der Bevölkerung und der Gäste sorgt.

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Ein Blick in die Zukunft

Die nächsten Schritte sind klar: Spitalplanung und gesetzliche Anpassungen, die den politischen Prozess durchlaufen müssen. Dabei werden Interviews und Befragungen mit Vertretern von Institutionen und Verbänden durchgeführt, um die Bedürfnisse der Bevölkerung genau zu erfassen. Die Validierungsphase startet ab Spätherbst 2023, und die Publikation des neuen Leitbildes ist für 2026 geplant.

Die Herausforderungen sind groß, die Veränderungen werden nicht jedem gefallen. Aber der Kanton Graubünden ist entschlossen, die Gesundheitsversorgung für die nächsten Jahre zu sichern und gleichzeitig die Bedürfnisse der Menschen im Blick zu behalten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation entwickeln wird.