Am 4. Juni wird in Chur der Startschuss für das Eidgenössische Schützenfest gegeben – ein Ereignis, das in der Schweiz seinesgleichen sucht. Man kann sagen, es wird ein Fest der Superlative! Mit rund 35.000 Teilnehmenden und ebenso vielen Besuchern wird die Stadt ins Zentrum der Schützenwelt gerückt. Die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange, und mehr als 5.000 helfende Hände sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Das ist schon eine echte Gemeinschaftsleistung!
Eine spannende Neuerung gibt es in diesem Jahr: Zum ersten Mal wird auf allen Distanzen geschossen. Egal ob Gewehr oder Pistole, die Schützinnen und Schützen haben die Möglichkeit, sich auf 300, 50 und 10 Meter bzw. 50, 25 und 10 Meter zu beweisen. Und das Beste? Die Ergebnisse werden direkt elektronisch übermittelt – ein echter Fortschritt, der nicht nur Papier spart, sondern auch für mehr Transparenz sorgt.
Tradition trifft Moderne
Mit einem Budget von rund 14 Millionen Franken, wovon 4 Millionen durch Sponsoren und Partner unterstützt werden, ist die Finanzierung des Festes eine echte Herausforderung. Besonders, da internationale Firmen den Schiesssport nicht unterstützen dürfen. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Schiessplatz am Rossboden in Chur, ergänzt durch 19 weitere Schiessplätze im Kanton. Wo sonst kann man in Sufers, Versam, Davos, Thusis und Walenstadt gleichzeitig den Schützen zuschauen?
Ein Highlight wird der Umzug durch Chur am 13. Juni sein, der mit einer spektakulären Flugshow der Patrouille Suisse aufwartet. Das Eidgenössische Schützenfest hat eine lange Tradition und findet alle vier Jahre statt. Chur ist bereits zum vierten Mal Gastgeber – die letzten Male waren 1842, 1949 und 1985. Man kann also von einer gewissen Historie sprechen!
Ein Blick in die Geschichte
Die Wurzeln des Eidgenössischen Schützenfestes reichen weit zurück, fast 200 Jahre! Das erste offizielle Fest fand 1824 in Aarau statt, und die Geschichte der Schützenwettbewerbe geht sogar bis ins Jahr 1442 zurück. Komischerweise hat die Pandemie im Jahr 2020 das 58. Eidgenössische Schützenfest in Luzern ausgebremst, sodass es erst 2021 dezentral ausgetragen wurde. Aber der Geist der Tradition bleibt lebendig, und 2026 wird die Veranstaltung erneut in Chur stattfinden.
Die Schützentradition ist tief in der Schweizer Kultur verwurzelt. Rund 136.000 Schützinnen und Schützen üben regelmäßig in verschiedenen Disziplinen. Die Verbindung zu historischen Figuren wie Wilhelm Tell, der seit dem 15. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielt, ist nicht zu übersehen. Der Schweizerische Schützenverein, gegründet 1824 in Aarau, hat sich als treibende Kraft für den Schiesssport etabliert und sichert mit Jungschützenkursen die Zukunft dieser Tradition.
Ein Fest für alle Generationen
Besonders erfreulich ist, dass es auch ein Eidgenössisches Schützenfest für Jugendliche gibt, das alle fünf Jahre stattfindet. Und für die Veteranen wird ebenfalls alle fünf Jahre ein Fest organisiert. Das letzte fand 2019 im Albisgütli Zürich statt und zog über 7.000 Teilnehmende an. Der Veteranenbund Schweizerischer Sportschützen sorgt dafür, dass auch diese Tradition nicht verloren geht.
Wenn man überlegt, dass die Schützentradition zur Entstehung einer modernen staatlichen Identität beitrug und der SSV aus 26 Kantonalverbänden sowie rund 2.500 weiteren Vereinen besteht, wird klar: Hier geht es um mehr als nur um den Sport. Es ist eine lebendige Gemeinschaft, die durch Feste und Wettbewerbe zusammenkommt. Und wer weiß, vielleicht werden wir bei diesem Schützenfest auch die nächsten Goldmedaillengewinner sehen, wie Nina Christen, die in Tokio 2021 triumphierte. Die Vorfreude steigt!