In den malerischen Bergen Graubündens tut sich was – und zwar auf eine ganz neue, moderne Art. Der Bündner Bauernverband (BBV) hat sich ein spannendes Konzept ausgedacht, das die Berglandwirtschaft auf frische Weise bewirbt: Farmfluencer! Ja, richtig gehört. Diese neuen Gesichter der Landwirtschaft machen selbst aus ihrem Arbeitsalltag ein spannendes Spektakel, das vor allem die jüngere Generation über soziale Medien anspricht. Ein echter Trend, der zeigt, wie die Landwirtschaft sich in der digitalen Welt behauptet.

Sina Beck, eine dynamische Junglandwirtin aus Grüsch, ist eine der Vorreiterinnen und mittlerweile seit zwei Jahren als Farmfluencerin aktiv. Ihre Videos geben einen unverfälschten Einblick in ihren Betrieb mit Milchkühen und Ziegen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sie in kurzen Clips die Herausforderungen und Freuden des Lebens auf dem Bauernhof teilt. Aber sie ist nicht allein. Das Projekt hat in den letzten drei Jahren eine ganze Reihe von Landwirten und Landwirtinnen aus den Bündner Bergen rekrutiert, die bereit sind, ihre Geschichten zu erzählen.

Ein Blick hinter die Kulissen

Neu hinzugekommen ist der Hof zur Seewiese in Davos. Hier zeigt die Familie Büchi, wie die Kartoffeln vom Setzen bis zum Sortieren gelangen. Ein Prozess, der nicht nur die Arbeit der Bauern beleuchtet, sondern auch Herausforderungen wie Krautfäule thematisiert. Und das ist nur der Anfang! Cyril Steiger, der mit seinen Ziegen arbeitet, und Ueli Blumer, der Mutterkühe und Schafe hält, sind ebenfalls Teil dieser inspirierenden Bewegung. Bald können wir auch bei einem Alpbetrieb aus dem Prättigau einen Blick in die Käseproduktion werfen – dieser Einblick in die Herstellung von Lebensmitteln ist für viele Zuschauer ein echter Augenöffner.

Die Videos werden auf Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube und der „Naturtalent“-Plattform des Zürcher Bauernverbands verbreitet. Dieser hat sich seit 2021 dem Farmfluencer-Konzept verschrieben und arbeitet eng mit dem BBV zusammen. Der Erfolg gibt ihnen recht: Die Followerzahl des Projekts „Naturtalent“ ist von 25.000 auf über 85.000 gestiegen, und 90% dieser Follower kommen aus nicht landwirtschaftlichen Umfeldern. Das zeigt, wie sehr das Interesse an der Herkunft von Lebensmitteln wächst und wie wichtig es ist, diese Themen auf eine zugängliche Weise zu kommunizieren.

Die Macht der sozialen Medien

Immer mehr Bäuerinnen und Bauern entdecken die Vorteile von sozialen Medien, um ihre Geschichten zu erzählen. Farmfluencer zeigen nicht nur, wie Lebensmittel produziert werden, sondern auch, was hinter den Kulissen nötig ist, damit die Produkte im Laden stehen. Der ZBV, der das Profil „naturtalent_ch“ betreibt, hat über 60.000 Follower auf YouTube, Instagram und Facebook. Ein Bauer produziert derzeit sogar eine Serie über Raps, die den Weg von der Saat bis zur Ölproduktion dokumentiert – eine spannende Reise, die den Zuschauern die Mühe zeigt, die in der Landwirtschaft steckt.

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Viele Farmfluencer haben anfangs keine Erfahrung vor der Kamera, aber der ZBV gibt ihnen die nötige Schulung, um sich vor der Linse wohlzufühlen. Und das ist wichtig, denn Authentizität ist das A und O in der Welt der sozialen Medien. Die Skepsis gegenüber Influencern in der Landwirtschaft gibt es zwar, doch gleichzeitig zeigen innovative und technologiebegeisterte Akteure, dass die digitale Welt auch hier Einzug halten kann. Es ist eine Herausforderung, aber auch eine große Chance, um die Landwirtschaft transparenter zu machen und die Nähe zur Bevölkerung zu fördern.

Der Trend, den Farmfluencer setzen, scheint sich auch über die Grenzen Graubündens hinaus auszubreiten. Auf der Eurotier-Messe in Hannover, die sich mit Tierzucht und Tierhaltung befasste, fand das Thema Social Media ebenfalls Beachtung. Hier wurden junge Landwirtschafts-Influencer ausgezeichnet, die mit ihren kreativen Ansätzen den Nerv der Zeit treffen. Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Landwirtschaft in all ihren Facetten weiterentwickelt und die Verbindung zur digitalen Welt stärkt.