Dürregeplagte Felder: Graubündens Bauern zwischen Angst und Hoffnung
Heute ist der 14.07.2026 und in Graubünden hat sich die Lage für die Landwirte in den letzten Wochen drastisch verändert. Die Trockenheit hat sich wie ein Schatten über die Felder gelegt, und die Bauern sind in höchster Alarmbereitschaft. Seit geraumer Zeit gab es kaum nennenswerte Niederschläge, und das hat seine Spuren hinterlassen. Die Hitzeperiode ist nicht nur unangenehm, sie wirkt sich direkt negativ auf die Landwirtschaft aus. Thomas Roffler, der Präsident der Bündner Bauern, sieht die Dinge düster: Ernteausfälle stehen in einigen Bereichen auf der Tagesordnung. Die Vegetation? Betroffen, ganz klar. Die erste Heuernte war noch in Ordnung, aber die zweite und dritte? Da rechnet man schon mit Einbußen. Der Ausblick ist alles andere als rosig.
Besonders hart trifft es die Freiland-, Acker- und Gemüsekulturen. Diese Pflanzen scheinen unter der Hitze und dem Wassermangel zu leiden wie nie zuvor. Die Kartoffelernte, einst ein Grund zur Freude, entwickelt sich nicht wie gewünscht – sowohl qualitativ als auch quantitativ. Die Sorgen um die Alpwirtschaft sind ebenfalls nicht zu ignorieren, denn die Tiere brauchen mehr Wasser, und das ist rar gesät. Die Schüttmengen der Quellen sind zurückgegangen, was viele Betriebe zwingt, kreativ zu werden und zu improvisieren. Einige haben das Glück, über vergrößerte Wasserreservoirs zu verfügen, aber das ist längst nicht die Regel und bringt hohe Kosten mit sich. Langfristige Planung, das ist hier das Zauberwort.
Die Herausforderung der Dürre
Doch nicht nur in Graubünden sind solche Probleme bekannt. Auch in anderen Regionen, etwa in Deutschland, wird der Wassermangel zum immer drängenderen Thema. Anpassungsmöglichkeiten an Trockenheit und Dürre gibt es zwar, doch die Unterscheidung zwischen langfristigen und kurzfristigen Maßnahmen muss gut durchdacht sein. Eine angepasste Landbewirtschaftung kann langfristig schützen, aber die Realität sieht oft anders aus. Es fehlen zuverlässige Informationssysteme, um schnell und effektiv auf Dürreereignisse zu reagieren.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat immerhin ein Dürre-Wissensportal erstellt, das einen Überblick über Begriffsdefinitionen und Dürre-Informationssysteme bietet. Längst ist klar: Die Klimakrise beeinflusst nicht nur das Wetter, sondern auch die Existenz vieler Landwirte. Vor allem die Qualität und Quantität der Ernteprodukte leiden unter extremen Wetterereignissen. Die Ertragseinbußen sind eine ernsthafte Bedrohung für die Existenzgrundlage der Landwirte.
Langfristige Strategien und kurzfristige Lösungen
Ein Blick auf die nationale Wasserstrategie, die am 15.03.2023 beschlossen wurde, zeigt, dass man sich der Problematik annimmt. Das Ziel? Die natürlichen Wasserressourcen zu schützen und einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu fördern. Es gibt 78 Maßnahmen, die zur Anpassung an den Klimawandel dienen sollen. Die Verbesserung von Daten und Prognosemöglichkeiten für den Wasserhaushalt ist dabei zentral. Auch in der Landwirtschaft muss umgedacht werden – von der effizienten Bewässerung bis hin zur Diversifizierung der angebauten Sorten, um Ertragsausfälle zu minimieren.
Das Projekt WADKlim etwa hat 69 Maßnahmen zum Wasserrückhalt erstellt, die vor allem helfen sollen, die Auswirkungen der Dürre langfristig zu mindern. Und nicht zu vergessen: Naturnahe Maßnahmen zur Regenwasserversickerung und -verdunstung werden gefördert. Solche Ansätze könnten auch für die Bündner Bauern von Bedeutung sein, die momentan vor so vielen Herausforderungen stehen. Es ist klar, dass die Anpassung an die Klimafolgen nicht mehr aufgeschoben werden kann. Es braucht sowohl kurzfristige Maßnahmen als auch langfristige Strategien, um die Landwirtschaft zukunftssicher zu machen.
