Hirsche, Rehe und Hasen: Ein Naturdreikampf in Graubünden
Heute ist der 13.07.2026 und wir werfen einen Blick auf die Wildtierbestände in Graubünden. Die Zahlen sind nicht nur für Jäger von Interesse, sondern auch für Naturfreunde und Umweltschützer. Ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt. Der Hirschbestand im Kanton wird für dieses Jahr auf 13.485 Tiere geschätzt – das sind 100 weniger als im Vorjahr. Ein kontinuierlicher Rückgang, der schon seit 2020 zu beobachten ist. Damals zählte man noch 15.290 Hirsche. Ein Rückgang von 17 Prozent, also 2.805 Hirschen, ist das Resultat einer gezielten Jagdstrategie.
Die Jagd hat tatsächlich dazu beigetragen, den Hirschbestand zu regulieren, auch wenn der milde Winter 2026 vielleicht nicht die beste Voraussetzung dafür war. In 19 der 21 Hirschregionen verlaufen die Bestandsentwicklungen wie gewünscht, gemäß der Strategie „Lebensraum Wald-Wild 2021“. Das gibt Hoffnung. Und für die Jagd 2026 sind 4.616 Hirsche vorgesehen, darunter 2.514 weibliche Tiere. Das sind weniger als im Vorjahr. Wenn man sich die Zahlen so ansieht, könnte man fast meinen, die Hirsche hätten einen Pakt geschlossen und wollten sich zurückziehen.
Ein Blick auf die Reh- und Hasenpopulation
Im Gegensatz zu den Hirschen bleibt der Rehbestand stabil. Auf regionaler Ebene gibt es zwar Unterschiede, aber insgesamt zeigt sich, dass die Rehe gut durch die Jagdsaison kommen. In Rehtestgebieten wurden 970 Rehe gezählt, 46 mehr als 2025. Trotzdem wurden insgesamt 3.088 Rehe erfasst – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (3.302). Hier wird deutlich, dass die Natur ihren eigenen Rhythmus hat und die Jagd nicht immer die alleinige Kontrolle hat.
Eine erfreuliche Nachricht gibt es jedoch bei den Feldhasen: Die Zahlen sind erneut hoch. Mit 1.306 gezählten Feldhasen wurde der höchste Wert bisher erreicht. Das lässt sich nur als gutes Zeichen deuten – die Jagdbetriebsvorschriften der letzten Jahre scheinen wirklich nachhaltig zu wirken. Man fragt sich, wie lange dieser Trend anhält. Vielleicht liegt es an dem milden Klima oder einfach an der Überlebenskraft dieser kleinen Tiere.
Monitoring und Erhaltungsstrategien
Um die Wildtierpopulationen langfristig zu sichern, wird im Rahmen des Projekts WILD seit 2001 eine flächendeckende Dokumentation durchgeführt. Hierzu zählen Wildtierzählungen in Referenzgebieten und Bestandseinschätzungen in Jagdbezirken, sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz. Solche Programme sind nicht nur wichtig, um den Überblick zu behalten, sondern auch um gezielte Erhaltungsstrategien zu entwickeln.
Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands, auch bekannt als WILD, hat sich als äußerst wertvoll erwiesen. Mit der Unterstützung von fast 30.000 Revierinhabern werden Daten zu Bestandsdichten und Populationsentwicklungen gesammelt. Das gibt den Jagdverbänden die Möglichkeit, gezielte Maßnahmen zu ergreifen und die Wildtierbestände nachhaltig zu verwalten. Wer weiß, vielleicht wird das auch in Graubünden bald zum Standard? Schließlich sind wir alle Teil dieses großen Naturpuzzles.
In der Natur gibt es immer wieder Überraschungen. Die Realität zeigt, dass wir mit den Beständen sensibel umgehen müssen. Jäger und Naturliebhaber stehen vor der Herausforderung, ein Gleichgewicht zu finden. Und so bleibt nur zu hoffen, dass die kommenden Jahre weiterhin positive Entwicklungen zeigen.
