Heute ist der 21. Mai 2026 und die Nachrichten aus Graubünden sind alles andere als alltäglich. Ein Skandal, der bis ins Jahr 1997 zurückreicht, ist nun ans Licht gekommen. Baufirmen im malerischen Unterengadin haben über Jahre hinweg Preisabsprachen getroffen, die den Wettbewerb nicht nur behinderten, sondern auch die Gemeinden erheblich belasteten. Zum ersten Mal sind die Details dieser Absprachen öffentlich, und das hat es in sich!
Die Veröffentlichung der Informationen wurde durch eine hartnäckige Anfrage eines Journalisten des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) angestoßen. Zuvor waren die Vergleiche zwischen dem Kanton Graubünden und 82 Gemeinden jahrelang unter Verschluss gehalten worden. Es ist kaum zu fassen, dass diese brisanten Dokumente erst heute, nach einem langen Rechtsstreit bis vor das Bundesgericht, das Licht der Welt erblicken. Wer hätte gedacht, dass solch ein Thema, das die Bauwirtschaft und die Gemeinden betrifft, so lange im Dunkeln bleiben kann?
Entschädigungen und Sanktionen
Die veröffentlichten Unterlagen sind wahrhaftig umfangreich – 22 Dossiers mit jeweils 20 bis 60 Seiten vollgepackt mit Informationen. Die Entschädigungen für die betroffenen Gemeinden variieren stark. Während kleinere Gemeinden wie Fürstenau, Donat und Brusio mit bescheidenen Beträgen zwischen 100 und 1500 Franken auskommen müssen, sieht es für die Stadt Chur ganz anders aus. Hier werden zwischen 150’000 und 230’000 Franken fällig, während Davos zwischen 60’000 und 95’000 Franken erhält. Poschiavo hat sich ebenfalls nicht lumpen lassen und bekommt zwischen 50’000 und 75’000 Franken.
Insgesamt hat der Kanton Graubünden rund neun Millionen Franken an Entschädigungen durchgesetzt. Davon fließen zwei Millionen Franken an die Gemeinden. Das Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität hat bestätigt, dass die Unternehmen ihre vereinbarten Zahlungen vollständig geleistet haben. Das ist doch ein Lichtblick in dieser dunklen Angelegenheit! Firmen, bei denen jedoch keine Einigung erzielt wurde, müssen mit Sanktionen rechnen. Das Bundesgericht hat die Sanktionen der Wettbewerbskommission (Weko) gegen drei Bau- und Tiefbauunternehmen im Unterengadin bestätigt. Foffa Conrad, Lazzarini und Resgia stehen nun mit einer Strafe von insgesamt 4,7 Millionen Franken da. Das ist ein klarer Warnschuss!
Ein Blick in die Zukunft
Wie geht es nun weiter? Die Offenlegung dieser Informationen hat nicht nur einen Schatten auf die Baubranche geworfen, sondern auch Fragen aufgeworfen, wie es zu solchen Machenschaften kommen konnte. Das Vertrauen in die Baufirmen ist erschüttert, und die Gemeinden müssen nun sicherstellen, dass solche Absprachen in Zukunft nicht mehr möglich sind. Transparenz ist gefragt, und die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu wissen, dass ihre Interessen geschützt werden.
Man fragt sich, was die nächsten Schritte sein werden. Werden die betroffenen Gemeinden und der Kanton Graubünden aus dieser Erfahrung lernen? Die Aufarbeitung dieser Geschichte hat gerade erst begonnen. Die Hoffnungen liegen jetzt auf einer gerechteren und transparenteren Bauindustrie, die den Bürgern und Gemeinden dient, und nicht nur den Interessen einiger weniger.