Die grüne Lunge der Schweiz: Bäume für eine klimafreundliche Zukunft
Heute ist der 20.07.2026 und ich sitze hier in Bern, nachdenklich über die grüne Lunge unseres Landes. Die Forstbaumschulen sind in vollem Gange, und das, was in den nächsten Monaten passiert, ist von enormer Bedeutung. Ab Mitte Oktober beginnt die große Rodung der Pflanzenflächen, was für viele Bäume das Ende und gleichzeitig den Anfang bedeutet. In diesen Schulen werden die Baumsetzlinge sorgfältig sortiert und die kräftigsten Exemplare ausgewählt – eine Art „Casting“ für die Natur. Diese kleinen Helden der Umwelt werden dann im Frühling an ihren endgültigen Standort verpflanzt.
Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Form der Pflanzen durch den Boden, die Witterung und ihre Herkunft beeinflussen lässt. Dabei ist die Verschulung, also das Heranziehen der Bäume, ein zeitintensiver Prozess, der ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt. Und wer hätte gedacht, dass etwa 80 Prozent der Setzlinge für den Verkauf bestimmt sind? Der Rest landet entweder im Kompost oder wird zu Kompogas verarbeitet. Hauptkunden sind nicht nur Förster, sondern auch Bürger- und Einwohnergemeinden, die oft hunderte bis tausende Jungbäume beziehen. Ein Hochbetrieb, der im Frühling und im Herbst spürbar wird. Ein bisschen wie das geschäftige Treiben auf einem Markt, wo es nur so vor Leben wimmelt.
Die Zukunft der Baumarten
Die steigende Bedeutung klimaresistenter Laubhölzer wie Linde, Hagebuche und Kirsche wird immer offensichtlicher. Diese Arten sind für den Klimawandel besonders gut gerüstet und bieten eine gewisse Hoffnung in unsicheren Zeiten. Die hitze- und trockenheitsresistenten, tiefwurzelnden Arten wie der Walnussbaum sind derzeit gefragter denn je. Aber auch Nadelbäume, wie Douglasien, Föhren und Lärchen, sind sehr beliebt. Die mediterranen Arten wie die Atlaszeder und Baumhasel ziehen ebenfalls die Blicke auf sich. Eiche? Nun, die hat vielleicht Zukunftschancen – das bleibt jedoch eine Annahme. Wer hätte gedacht, dass Marc Hirt, der wahre Baumliebhaber, besonders vom Marronibaum und dessen vielseitigen Früchten fasziniert ist? Seit fünf Jahren setzt er auch auf die Pekannuss als Zukunftsbaum! Ein echter Visionär, dieser Hirt.
Ein weiteres Thema, das uns alle betrifft, ist der Klimawandel, der auch in Deutschland seine Spuren hinterlässt. Hitze- und Trockenstress setzen viele Baumarten unter Anpassungsdruck, und die Unsicherheiten im Waldbau nehmen zu. Die Wahl der richtigen Baumarten wird immer anspruchsvoller, denn sie müssen stabil und anpassungsfähig sein. Die Ansprüche der Baumarten an Boden, Klimabedingungen und Nährstoffe sind von entscheidender Bedeutung. Es wird darauf ankommen, dass wir uns auf standortgerechte Baumarten konzentrieren, um die wertvollen Ökosystemleistungen zu erhalten, wie Holzproduktion, CO2-Bindung und Biodiversität.
Neue Wege im Waldbau
Der aktive Waldumbau ist nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Notwendigkeit. Die bewährten Methoden müssen überdacht werden, um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden. Die FVA hat bereits Projektionen für die potenziell natürliche Vegetation bis 2070 unter verschiedenen Klimaszenarien erstellt. Und so zeigt sich, dass in den kommenden Jahrzehnten ein Rückgang der klimatischen Eignung für einige heimische Baumarten wie die Buche zu erwarten ist. Gleichzeitig könnte es ein Potenzial für mediterrane Flaumeichenwälder geben. Eine spannende, wenn auch herausfordernde Zukunft!
Es gibt also viel zu tun und zahlreiche Fragen, die wir uns stellen müssen. Die Baumartenwahl wird entscheidend sein, um stabile und widerstandsfähige Waldbestände für die kommenden Generationen zu sichern. Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir alle ein bisschen mehr über die Bäume um uns herum nachdenken und uns auf deren Zukunft konzentrieren. Denn wer Bäume pflanzt, denkt nicht nur an heute, sondern vor allem an morgen.
