In Interlaken, wo die Berge die Wolken beinahe berühren und die Luft frisch und klar ist, häuft sich eine unschöne Realität: Diebstähle und andere kriminelle Vorfälle machen dem beliebten «The River Village»-Hotel zu schaffen. Der Betreiber, sichtlich frustriert, spricht von gestohlenen Gartenmöbeln – ja, Tische und Stühle, die einfach verschwunden sind, als wären sie nie da gewesen. Restaurantgäste, die beim Bezahlen einfach nicht auftauchen, verschärfen die Situation zusätzlich. Es scheint, als ob diese Probleme, die irgendwie in der Ferienregion zunehmen, kein Ende finden wollen.

Ein besonders dreister Vorfall ereignete sich, als eine Diebesbande bei Tageslicht zugeschlagen hat. Gartenmöbel, die für die Gäste gedacht waren, wurden kurzerhand entwendet. Einige der gestohlenen Gegenstände konnten zwar aus dem Wasser geborgen werden – doch das gibt dem Hotelier wenig Trost. Ein Beispiel für die so genannte Zechprellerei ist eine Familie, die für etwa 230 Franken gespeist hat, um dann einfach davon zu brausen. Und auch Sachbeschädigungen tragen zur Frustration bei; ein kaputter Lichtkörper, für den sich niemand verantwortlich zeigen wollte, ist nur das Salz in der Wunde.

Die Herausforderung mit internationalen Gästen

Besonders heikel wird die Situation durch internationale Gäste, vor allem aus Indien, die sich scheinbar nicht an die Hausregeln halten. Der Hotelier hat die Kantonspolizei Bern um Unterstützung gebeten, um mehr Informationen über Diebstähle und Betrügereien in der Region zu erhalten. Bisher bleiben die Antworten der Behörde aus. Ein weiterer Artikel soll die Erfahrungen anderer Hotel- und Restaurantbetriebe in der Umgebung beleuchten und zeigen, ob diese Probleme weit verbreitet sind oder ob es sich um Einzelfälle handelt.

Aber in der Schweiz sind solche Vorfälle kein Einzelfall. Laut dem Bundesamt für Statistik ist die Kriminalität im Land, im Vergleich zum Vorjahr, um 14 Prozent gestiegen. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass 17,9 Prozent der Beschuldigten zur nicht ständigen Wohnbevölkerung gehören, was auch Kriminaltouristen umfasst. Gewaltexperte Dirk Baier führt den Anstieg der ausländischen Beschuldigten auf die erhöhte internationale Mobilität nach der Corona-Pandemie zurück. Das ist schon eine markante Veränderung, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2023 über eine halbe Million Straftaten registriert wurden.

Besonders alarmierend ist der Anstieg bei Vermögensdelikten, speziell Diebstählen aus Fahrzeugen, die um satte 71 Prozent zugenommen haben. In Zürich wird sogar eine hohe Kriminalitätsrate unter algerischen Staatsangehörigen verzeichnet. Ein Umstand, der die Sicherheitsbehörden vor immense Herausforderungen stellt. Mark Burkhard, Präsident der KKPKS, hat bereits auf den großen Aufwand hingewiesen, den die Polizei betreiben muss, um der seriellen Kriminalität Herr zu werden. Eine nationale Datenbank zur Bekämpfung dieser Phänomene scheint längst überfällig zu sein.

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Die Situation in Interlaken spiegelt somit einen größeren Trend wider, der die gesamte Schweiz betrifft. Die Herausforderungen im Umgang mit Kriminaltouristen und den damit verbundenen Straftaten sind nicht zu unterschätzen. Wie sich die Lage weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten – nicht nur für die Betreiber von Hotels und Restaurants in Interlaken, sondern auch für die gesamte Ferienregion.